Altersarmut auf dem Vormarsch

Die Grundsicherung als Rettungsanker im Rentenalter wird immer häufiger in Anspruch genommen.

Themen:
Grundsicherung, Altersarmut

Die Grundsicherung ist eine Sozialleistung, vergleichbar mit Hartz IV, die für Menschen im Rentenalters oder bei Bezug einer Rente durch dauernde Erwerbsminderung zur Verfügung steht. Die Höhe beträgt 946 €, wobei 500 € davon als Anteil für Warmmiete, zählen. Immer mehr Menschen sind darauf angewiesen.

Steigender Bedarf

Seit 2004 hat sich die Zahl der Bundesbürger, die in der Phase der Rentenzahlung auf zusätzliche staatliche Leistungen angewiesen sind, verdoppelt. Bei dieser Betrachtung würden die Leistungsempfänger wegen zu geringer Erwerbsminderungsrenten nicht berücksichtigt. Wir sind also rechnerisch ausschließlich im Bereich der Rentenempfänger. Die heutige Zahl der Grundsicherungsempfänger liegt bei knapp 600.000. Doch diese Zahl täuscht, denn es wird vermutet, dass eine genauso hohe Zahl von Betroffenen diese Leistung gar nicht in Anspruch nimmt, teil aus Scham, teils aus Unkenntnis über diese Möglichkeit oder wegen zu komplizierter Beantragung der Leistungen. Damit erhöht sich die Gruppe der Anspruchberechtigten auf 1,2 Millionen. Eine enorme Größe! Und die Zahl wächst von Jahr zu Jahr. Die Gründe für Altersarmut im Sinne des Anspruchs auf Grundsicherung sind sehr verschieden. Oft liegt eine immer wieder unterbrochene Berufsbiografie vor, teils selbstverschuldet, häufig ist es aber einfach nur der im Arbeitsleben bezogene Lohn, der zu gering war, um eine ausreichende Altersvorsorge für das Alter darzustellen. So oder so, das ist bitter und in gewissem Sinn auch würdelos. Und der Gedanke an eine private Altersvorsorge ist bei der Lohnsituation der Betroffenen geradezu zynisch. Es ist und bleibt ein großes soziales Problem. Dennoch hat es aber auch etwas mit vermeintlicher Gerechtigkeit zu tun, denn das bundesdeutsche Rentensystem ist leistungsbezogen. Eine kleine Rente erhält, wer wenig in den Beitragstopf der Deutschen Rentenversicherung eingezahlt hat.

Die Frage der Gerechtigkeit

Es ist ohne Zweifel beschämend, dass man sein ganzes Berufsleben täig war, gering verdiente und im Alter von seinem erworbenen Anspruch nicht Leben kann. Andererseits gibt es ein Problem mit der leistungsbezogenen Anspruchshöhe, wenn ein Rentner aus lebenslanger Tätigkeit eine Rente von 1.100 € monatlich erarbeitet hat, was auch kaum zum Leben reicht und ein Rentner mit nur geringer Lebensarbeitsleistung ein bedingungsloses Renten-Grundeinkommen von insgesamt 946 € erhält, wovon die eigene Leistung vielleicht 300 € darstellen. Das ist für Sozialpolitiker ein echtes Dilemma. Wie wird gesellschaftlich vertretbar eine Balance zwischen Leistungsgerechtigkeit und sozialer Milde hergestellt? Vielleicht hilft die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens - wenn auch kontrovers diskutiert - zumindest im Rentenalter weiter. Denkbar wäre doch, dass für alle eine Grundsicherung angesetzt würde und auf diesen Sockel dann die individuelle Lebensleistung zugerechnet würde. Das wäre eine Rentenfinanzierung, die die oftmals unzureichende "Leistungsrente" gerecht aus Steuermitteln, die für alle gelten und der individuellen Leistung zusammensetzt. Die deutsche Rentenpolitik gehört dringend auf den Prüfstand! Sie muss leistungsgerecht und sozial verträglich werden!

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