Amerika, du hast es besser! - Nein, das war einmal!

Amerika ist uns oft näher, als der Atlantik es vermuten lässt

Themen:
Staat, Gesellschaft

An Empörung und Entsetzen über die unschönen Ereignisse in Washington haben wir in den letzten beiden Tagen genug gehört. Betrachten wir das, was dort passiert, einmal ohne Betroffenheit aus der Distanz, rein analytisch, um daraus für uns zu lernen.

Spaltung und Radikalisierung

Amerika wird heimgesucht von zwei unheilvollen Entwicklungen. Die Bilder vom Übergriff randalierender Chaoten auf das Capitol sind Ausdruck des Höhepunktes zweier Tendenzen, die sich zu einem politischen Desaster vereinen. Wir sollten genau hinschauen! Erinnern Sie sich an den Versuch von Querdenkern, Reichsbürgern und Rechtsradikalen den Reichstag in Berlin zu stürmen. Die Ereignisse von Mittwoch in Washington stehen wie ein Menetekel auch an deutschen Wänden. Wir sollten versuchen, es zu entziffern. Seit langem schon entwickelt sich eine Spaltung der amerikanischen Gesellschaft in Unten und Oben, in Arm und Reich, drastischer als bei uns, aber nicht völlig unähnlich. Wir pflegen zwar unseren Sozialstaat zur Kompensation dieser Tendenz mit der Investition großer finanzieller Mittel, aber es ist eben doch nur Kompensation statt Teilhabe und Ingeration. Die Spaltung in Amerika hat wesentlich dramatischere Folgen, da dort die Sozialstaatlichkeit extrem gering entwickelt ist. Die Folge ist die Entstehung eines Prekariats, dass sich neben der sozialen Not auch noch durch einen flächendeckenden Bildungsmangel auszeichnet.

Das Paradox

Obwohl Donald Trump und seine Kabinettsmitglieder die reichste präsidiale Führung darstellen, die Amerika je hatte, fand Donald Trump gerade bei den "Abgehängten" eine begeisterte und vor allem laute Wählerschaft. Wie konnte das sein? Wenn auch vermögend, benahm sich Trump und sprach wie das Prekariat, respektlos, autoritä und undemokratisch. Gleichzeitig gewann er opportune Zustimmung bei den Reichen, da er ihnen unerhörte Steuergeschenke machte. So kam Trump an die Macht. Die vermögende Oberschicht hielt zwar nach außen Abstand zu Trump, weil er ihnen peinlich war, aber daraus ergab sich die Möglichkeit der Darstellung einer Intention, die im Grunde demagogischen Charakter hatte: liebe Abgehängte, liebe Verlierer des Systems, ich bin euer Mann, ich denke wie ihr, ich fühle wie ihr, auch ich verachte das Establishment und ich bin, was ich bin, weil ich hart und brutal bin, ein Machtmensch, der hinter euch steht! Ihr seid Amerika, ihr seid großartig.

Das wirkt wie ein warmer Regen für Verlierer, ist aber reine Demagogie für eine ungebildete Unterschicht, es ist die Intrumentalisierung eines Teils des amerikanischen Volkes. Kennen wir solche Prozesse nicht auch aus der deutschen Geschichte? Prekariat, Ausgrenzung, fehlende Teilhabe, Verschwörungstheorien und zunehmende Entfremdung zwischen Bevölkerung und Politik sind der Nährboden der Zersetzung von Gesellschaft, der Anfang der Entdemokratisierung. Wir sollten uns die Bilder aus Washington genau ansehen und ihre Botschaft begreifen, sonst ist uns Amerika bald viel näher, als es uns gut tut! 

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