Begriffsverwirrung in der Altersvorsorge

Was ist der Unterschied zwischen "Garantie" und "Sicherheit"?

Themen:
Altersvorsorge

Die Vorsorgeprodukte der Versicherungswirtschaft zur finanziellen Sicherung der Altersexistenz haben sich im Laufe der Jahre gewandelt. Gab es früher feste, zugesicherte Verzinsungen, versucht der Versicherer heute im Wertpapierhandel Erträge für seine Kunden zu erwirtschaften.

Ein problematisches Thema

Mehr als 70% der bundesdeutschen Arbeitnehmer teilen die Auffassung, dass ihre staatliche Altersrente dereinst nicht reichen wird. Entsprechend groß ist die Zahl derer, die wissen, dass sie etwas dagegen tun müssen. Entsprechend hoch ist aber noch lange nicht die Zahl derer, die es auch tun! Der wichtigste Grund dafür wird wohl in den begrenzten Mitteln vieler Arbeitnehmer liegen. Deutschland ist innerhalb der Europäischen Union ziemlich weit hinten, was die Höhe der Einkommen betrifft. Leider! Andererseits erkaufen wir uns damit geringe Lohnstückkosten, also moderte Abverkaufspreise für unsere Waren im Ausland, was uns zum Exportweltmeister macht und dadurch viele Arbeitsplätze schafft und sichert. Alles hat eben seine zwei Seiten. Ein weiterer Grund, um die Altersvorsorge zu vernachlässigen, liegt in ihrer Entwicklung, die sie seit gut zehn Jahren gemacht hat. Die private Rentenversicherung ist heute keine fest verzinste Sparform mehr, sondern eine mit Risiken verbundene Investition. Im Verständnis darüber geraten die Begriffe ins Purzeln!

Was bedeutet "Garantie", was bedeutet "Sicherheit"

Seit der Finanzkrise 2007 wirft die EZB zur Stützung der Wirtschaft durch Schaffung von Nachfrage Unmengen an Geld auf den Markt in Form von Krediten, die fast keine Zinsen kosten. Also werden auch keine Zinsen gezahlt. Was Kreditnehmer freut - vor allem Staaten mit hoher Verschuldung - macht klassischen Sparern Verdruss, denn es gibt so gut wie keine Zinsen mehr auf Sparguthaben. Die gesetzlich garantierte Verzinsung von eingezahlten Beiträgen bei Versicherungen beträgt nur noch 0,9% - das ist kein Grund zu sparen, denn allein die Inflation liegt höher, das eingelegte Geld verliert offensichtlich zunehmend an Wert.

Als Konsequenz dieser Entwicklung haben sich neue Produktformen entwickelt. Die garantierte Mindestverzinsung spielt dabei keine Rolle mehr. Das heißt aber nicht, dass ein Sparer deshalb auf jede Sicherheit verzichten müsse. Wer heute eine Rentenversicherung abschließt, was nach wie vor absolut sinnvoll ist, erhält heute keine Zinsen mehr, sondern anteilige Erträge aus Kapitalmarkt-Renditen. Versicherer legen die ratierlich gesparten Kundengelder  in unterschiedlich gebauten Fonds an, das kann ein Indexfond sein, der sich am Dax oder am Eurostoxx 50 orientiert, das kann aber auch jede andere Art der Mischung sein, dafür gibt es eben Spezialisten, die durch eine riesige Breite der Anlagemischung Verlustrisiken immens begrenzen. Das schafft Sicherheit. Was heißt das? Will ich als Kunde sicher stellen, dass ich keinerlei Verlust mit meinem investierten Geld mache, kann der Gewinn auch nur entsprechend gering sein, jehöher ich ein mögliches Verlustrisiko einpreise (10%, 20%, 30%), desto höher wird der Ertag aus meiner Investition sein. So ist es auch möglich, einen Beitrag für eine Rentenversicherung auf unterschiedliche Risikoanteile aufzusplitten. Das ergibt eine Mischkalkulation, wie sie auch der Versicherer selbst aufstellt. Trägt er das volle Verlustrisiko, kann er zur Deckung dieses Risikos nur geringe Erträge auszahlen, dafür hat der Kunde die größt mögliche Sicherheit, er gewinnt kaum, kann aber auch nicht verlieren. Auch wenn der Kunde heute keine garantierten Gewinne mehr erzielen kann, hat er immer noch ein von ihm selbst zu kalkulierendes Risko und damit eine selbstbestimmte Sicherheit. Zur Teilhabe am Kapitalmarkt gibt es keine Alternative!

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