Berufsunfähig werden immer nur die anderen!

Das Risiko der Berufsunfähigkeit wird völlig unterschätzt!

Themen:
Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderung

Jeder dritte Bundesbürger wird im Laufe seines Berufslebens vorübergehend oder dauerhaft berufsunfähig. Nur jeder dritte Berufstätige in der Bundesrepublik besitzt eine Police zur Absicherung der Berufsunfähigkeit. Zwei Drittel aller Berufstätigen müssen also hoffen, dass es immer die "anderen" sind, die berufsunfähig werden. Fataler Wunsch!

Das Grundproblem

Am Ende ist es immer nur eine Frage der Kosten, für den Staat wie für den Einzelnen. Die Absicherung von Risiken hat ihrem Preis. Das gilt für die Altersvorsorge genauso wie für die Berufsunfähigkeit. Die Diskussion über die Sicherung der Rente beherrscht alle Medien, weil wir ja alle irgendwann einmal Rentner werden. Berufsunfähig - vorübergehend oder dauerhaft - werden aber immerhin 30% aller Erwerbstätigen. Für dieses vergleichsweise hohe Risiko bleibt die öffentliche Diskussion aber aus. Vielleicht liegt das daran, dass der Staat vor längerer Zeit schon eine tiefgreifende Änderung der staatlichen Absicherung dieses Risikos vorgenommen hat und die Hauptverantwortung auf die Schultern jedes einzelnen gelegt hat. Für alle nach 1961 Geborenen gilt nämlich die Regelung der Erwerbsminderung. Das klingt zwar immer noch nach Absicherung, bedeutet im Klartext aber eine existenzielle Katastrophe: eine parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung ergab, dass die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente in der Bundesrepublik bei 720,- liegt. Und davon soll man dann den Rest seines Lebens bis zur Rente leben? Da hoffen dann die meisten, dass immer die anderen berufunfähig werden. Ein fataler Wunsch! Der Grund für die Abschaffung der staatlichen Berufsunfähigkeitsrente zu Gunsten der Erwerbsminderungsrente waren die enormen Kosten, also das tatsächlich bestehende Risiko. Wurde früher ein Berufstätiger berufsunfähig, wurde die Beitragsleistung, die ein Betroffener in die Rentenkasse einzahlte inklusive des Arbeitgeberanteils hochgerechnet auf einen Zeitraum von knapp 40 Jahren. Der sich daraus ergebende Rentenwert wurde als Berufsunfähigkeitsrente gezahlt. Auch das war nicht nur auskömmlich, aber sozial angemessen. Aber diese Regelung existiert schon lange nicht mehr!

Falsche Annahmen

Betrachtet man das statistische Risiko der Berufsunfähigkeit, so ist die Berufsunfähigkeit nach der Möglichkeit, überhaupt einmal zu erkranken, das zweitgrößte Versicherungsrisiko. Obwohl so offensichtlich, existiert dieses Risiko kaum im Bewußtsein der Menschen. Wer würde am Sinn der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung zweifeln? Für die Notwendigkeit einer Kfz-Haftpflicht besteht allgemeines Einverständnis und die meisten Besitzer eines Autos der mittleren oder gehobenen Preisklasse besitzen sogar eine Vollkaskoversichrung. Das wirklich große wirtschaftliche Risiko, das in der Einschränkung oder gar dem Verlust der eigenen Arbeitskraft liegt, wird nicht realisiert. Erstaunlich, was Verdrängung alles vermag. Hinzu kommt, wenn man sich über dieses Risiko überhaupt Gedanken macht, dass die Fakten unzutreffend bewertet werden. "Ich bin doch kein Bauarbeiter oder Schlösser, ich sitze doch am Schreibtisch, was soll mir denn da schon passieren?" Wer sich wirklich über diese Fragestellung informiert, erfährt, dass 30% aller BU-Fälle durch psychische Belastung entstehen, Tendenz steigend! Und dabei läßt sichdas Risiko, berufsunfähig zu werden, relativ leicht absichern. Wer rechtzeitig anfängt, zahlt dauerhaft geringe Beiträge. Wer aber erst spät auf die Idee kommt, etwas zu unternehmen, weil sich die ersten Krankheiten bereits eingestellt haben und die Wahrscheinlichkeit, nicht über die Tätigkeit den Übergang in die Rentenphase zu schaffen, der darf sich nicht wundern, dass er keinen angemessenen Schutz mehr bekommt. Niemand versichert ein bereits brennendes Haus.   

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