Das gefährliche Spiel mit der Wahrheit

Die Einen suchen sie, die anderen haben Angst vor ihr - doch mittlerweile gibt es Menschen, die "behaupten" sie!

Themen:
Staat, Gesellschaft

Die Frage nach der Wahrheit ist so alt wie die Menschheit. Genauso alt ist der Umgang mit der Lüge. Die eine gibt es scheinbar nicht ohne die andere. Und manchmal scheinen sie sich gegenseitig abzubilden oder sich als ihr Gegenteil zu verkleiden. Das ganze ist aber kein Spiel, sondern die moralische Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft.

Alles nicht so einfach, wie es aussieht

Wer würde von sich schon sagen, dass er lüge? Wer würde schon von sich sagen, dass er die Wahrheit fürchte? Und doch tun wir beides, ständig! Und ich meine damit nicht einmal den absichtsvoll negativen Anlass. Würden wir immer und jedem die Wahrheit sagen, täten wir vielen Menschen sehr weh, würden wir ihre Selbstbilder zerstören, ihnen Hoffnung rauben. Aber ist das dann moralisch richtig? Das ist ein ständiger Grenzgang, den die Philosophie immer wieder neu diskutiert. Aber gibt es denn gar keinen Anhaltspunkt in Fragen von Wahrheit und Lüge feste Orientierung zu bekommen? Ich denke schon.  

Die Intention ist entscheidend

Wesentlich erscheint mir, ob in einem kommunikativen Akt die Abwägung zwischen Wahrheit und Lüge mir selbst dient, oder meinem Gegenüber, das es zu schützen oder vor Negativem zu bewahres gilt. Moral hat also etwas mit Intentionalität zu tun. Orientieren wir uns am Gegebenen. In seiner Amtszeit von vier Jahren hat der amerikanische Präsident Trump vorsätzlich viele Tausend Lügen verbreitet. Sie dienten ausschließlich seinen Machtinteressen, sollten vorsätzlich politische Gegner diffamieren oder gar schlimmeres. Aber die Geschichte, die sich daraus entwickelt, ist komplexer als es die reine Frage nach richtig und falsch vermuten läßt. Wer in unserer heutigen Welt öffentlich mit Wahrheit und Lüge ungeht, steht in einem medialen Kontext, wie es ihn noch nie zuvor gab.

Social media

Die unbegrenzten Möglichkeiten, die das Internet über die so genannten sozialen Netzwerke bereitstellt, bringen völlig neue moralische Fragen mit sich. Gesellschaften sind Gruppen von sehr heterogenen Menschen mit entsprechend unterschiedlichen Interessen, unterschiedlichen Fähigkeiten und unterschiedlichen Absichten. Dabei bietet das Internet mit seiner virtuellen sozialen Welt eine scheinbare Alternative zur realen Welt. Die Virtualität greift immer mehr Raum, wird oftmals gänzlich Ersatzwelt. In der virtuellen Welt ist die Unwahrheit aber oftmals nicht zu erkennen. oftmals ist sie sogar bewußt die "Korrektur" einer unangenehmen Realität. Ist die Entwicklung erst einmal so weit, dass ein Individuum seine Identität aus dem Zusammenhang einer virtuellen Welt aufgebaut hat, dann ist der Lebensraum der realen Welt zur virtuellen Plattform geworden. Jede Unwahrheit wird zur Wahrheit, es reicht die Behauptung, Beweise braucht es nicht. Das kann so weit gehen, dass die eigene Lüge zur geglaubten Wahrheit wird, es entsteht ein psychologisches Krankheitsbild, eine persönliche Ich-Störung, eine monomanische Persönlichkeit, die sich und andere in den Abgrund völligen Realitätsverlusts führt. 

Das gesellschaftliche Erscheinungsbild solcher Strukturen hat oftmals parareligiöse Züge. Gegen jede Vernunft rangiert die Lüge des "Anführers" über jeder Realität. Man nennt das Gefolgschaft, man folgt der "Wahrheit" der eigenen Lüge und endet in einer Form von Sektierertum. 70 Millionen amerikanische Wähler haben sich für Donald Trump entschieden, obwohl er objektiv ein Lügner und Destruktor ist. Viele haben das getan aus rein opprtunen Gründen, z.B. weil sie durch seine Steuerreform profitiert haben. Nachweislich 30 Millionen haben ihn aber gewählt, weil sie seine Lügen als Wahrheit glauben, weil sie es glauben wollen, weil seine Lügen ihnen gut tun, weil seine Lügen eine virtuelle Konstruktion bauen, in der sie leben wollen. In der virtuellen Welt brauchen sie nur daran zu glauben, denn die virtuelle Welt braucht sich nicht an der Realität zu messen. 

Verlust der Handlungsfähigkeit

Wer in der virtuellen Welt aus Instagram, Facebook und Twitter lebt, hat in der realen Welt seine Handlungsfähigkeit verloren, wenn ihm nicht mehr genügend Menschen folgen. Das wäre nicht das Schlimmste! Fatal ist die zerstörerische Wirkung der in die Virtualität geschickten Verblendeten für den Zusammenhalt der Gesamtgesellschaft. Von Zeit zu Zeit trifft sich eine Gesellschaft in einer demokratischen Wahl - und wenn es gut geht, entwickelt sich diese Gesellschaft in ihrer Meinungsbildung durch permanenten Austausch über die Fakten. Dafür müssen diese Fakten aber eine gewisse Verbindlichkeit unter den Beteiligten besitzen. Ist das nicht der Fall, ist "Reden" nicht mehr möglich. Eine Gesellschaft könnte dann zerfallen, in den Bürgerkrieg gleiten oder gänzlich degenerieren. Mit wem wollen wir darüber reden, mit Alu-Hut-Trägern, Reichsbürgern, Corona-Leugnern.....

Schauen wir mal, was aus Amerika wird.

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