Das Kabinett tagt, das Klima wandelt sich

Noch tagt das Kabinett zum "Klimapaket" - doch für die meisten ist es schon gescheitert - zu Unrecht

Themen:
Gesellschaft, Staat, Wirtschaft, Umwelt

Es ist schwer, etwas zu kommentieren, was noch gar nicht vorliegt. Und doch ist für viele das Klimakabinett und sein Kliampaket gescheitert. Eine gefährliche und unzutreffende Sichtweise. Deshalb hier ein Kommentar zu den Kommentaren!

Schöne Bescherung

Ein wenig ist es wie zu Weihnachten - man wartet auf das Christkind und ist sich nicht ganz sicher, ob der Abend auch wirklich gut ausgehen wird. Schließlich war man ja nicht nur brav. Und richtig, vielleicht sollten wir uns eher auf Knecht Ruprecht einstellen und darauf, mit der Rute ein paar Schläge auf den Hosenboden zu bekommen, aber diesmal nicht nur symbolisch, diesmal wird es wehtun! Und das sollte niemanden wundern. Wir waren viel zu lange nicht brav - und wenn wir unser Verhalten nicht langfristig ändern, fällt am Ende Weihnachten dauerhaft aus.

Was wir wissen

Das Klima ändert sich seit langem! Die Polkappen beweisen es, die immer weiter wachsenden Dürreregionen Afrikas, der ansteigende Meeresspiegel, der mittlerweile die Inselwelt des Pazifik bedroht und damit viele Menschen, ein Grönland mit gut gedeihenden Tomaten und Ananas und Alpen ohne Gletscher. Klimaverschiebungen gab es schon immer, mit extremen Auswirkungen, aber keine, die sich in so kurzer Zeit anbahnte. Die ersten Veränderungen ergaben sich schon mit dem Beginn der industriellen Revolution (das belegen Untersuchungen in den Eisschichtungen an Nord- und Südpol), die letzten 30 Jahre waren dynamischer als sonst und mittlerweile spürt es jeder. Auch wenn bis heute die genauen Wirkmechanismen nicht völlig nachvollzogen sind, ist deutlich, dass der durch menschliches Verhalten ausgelöste CO2-Ausstoß ursächlich ist. Wir wissen auch, dass alle Bemühungen Deutschlands, auf das Klima einzuwirken, nahezu unwirksam sein werden, selbst wenn wir ab morgen klmaneutral wären. Warum? Deutschland ist gerade mal mit 2% weltweit am CO2-Ausstoß beteiligt. Ohne China und Amerika an der Seite ist jedes Bemühen vergebens. Und was wir erreichen, wird vermutlich durch das Bevölkerungswachstum in Afrika wieder neutralisiert.

Also alles für die Katz? Für die einen wird das Klimapaket nicht reichen. Für die anderen ist es viel zu teuer und behindert die deutsche Wirtschaft - natürlich auch die gewohnte Bequemlichkeit. Und das bei einem Unternehmen mit ungewissem Ausgang?

Die andere Lesart

Dafür, das wir im Verhältnis zur Weltbevölkerung von 7,67 Milliarden nur 83 Millionen Deutsche sind, ist ein CO2-Anteil von 2% eine geradezu unverschämt große Zahl. Wenn wir nicht zum Verzicht und Umsteurn bereit sind, warum sollten es dann die sein, deren Hoffnung auf Wohlstand nicht im geringsten erfüllt ist? Ja, Klimawandel kostet! Aber wie groß wären die Kosten, die uns drohen, wenn die Katastrophe zum Normalzustand geworden ist? Unbezahlbar! Ja, jeder Einzelne wird seinen Beitrag leisten müssen und ja, die Wirtschaft wird es auch belasten. Aber die meisten Kritiker der wirtschaftlichen Belastung verschweigen, wie groß der wirtschaftliche Schub sein wird, der durch die Entwicklung alternativer Technologien in Energie und Produktion ausgelöst wird. Diese Technologien, bei uns entwickelt, könnten dann auch wieder Exportschlager deutscher Herkunft werden und in anderen Ländern positive ökologische Wirkung auslösen. Viele Mahner aus der Wirtschaft denken zu kurz und haben lediglich die Bewahrung des status quo vor Augen. Aber ein "weiter so" kann es nicht geben, schon deshalb nicht, weil die Resourcen unseres Erdballs zur Neige gehen. Was immer das Klimakabinett beschließt, es ist nur ein Anfang, der immer wieder an den Anforderungen der Realität überprüft und weiterentwickelt werden muss.

Was wir nicht brauchen

Man kann nur hoffen, dass die Auseinandersetzung um dem Klimawandel seine Ernsthaftigkeit und Seriosität nicht verliert. Dazu gehört vor allen, dass eine ideologisch aufgeheizte Diskussion aus reiner Gesinnung keine falschen Forderungen über die Fakten stellt. Die Diskussion um den Klimawandel braucht keine Instrumentalisierung von ganz Links und ganz Rechts. Es wäre bitter, wenn die FFF-Bewegung durch Autonome und Rechtsradikale zerstört würde. Es wäre aber auch nicht hilfreich, wenn die, die ultimative Forderungen stellen, sich nicht endlich auch an der Entwicklung der Formen der Transformation beteiligten. Forderungen sind leicht formuliert, Lösungen leider nicht!

Also warten wir weiter auf Knecht Puprecht. Vielleicht kommt dann auch wieder Weihnachten?

Schönes Wochenende, dennoch!

Hans Heinrich Schreiberling     

 

  

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Kommentare (1)

  1. Peter Sp.:
    22.09.2019

    alles gut un richtig,...
    aber wer ist "Knecht Puprecht"? :-)

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