Das unterschätzte Risiko: Berufsunfähigkeit

Nur jeder fünfte deutsche Berufstätige hat sich gegen Berufsunfähigkeit abgesichert

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Berufsunfähigkeit

Wie kommt es, dass die meisten Deutschen das hohe Risiko der Berufsunfähigkeit nur so selten absichern. Die Anzahl der Policen ist wesentlich geringer als Anzahl der Personen, die im Laufe ihres Berufslebens von Berufsunfähigkeit betroffen sind? Hier der Versuch einer Erklärung.

Jeder, der ein Kraftfahrzeug fährt, hat eine Haftpflichtversicherung, viele dazu auch eine Kaskodeckung, die im Falle eines selbstverursachten Unfalls, den Schaden am eigenen Fahrzeug absichert. Zwar ist die Abzahl von Verkehrunfällen immer noch viel zu hoch, aber im Verhältnis von Anzahl aller Fahrzeuge zu Anzahl aller Unfälle ist die Unfallzahl gering. Es gibt aber auch Risikobereiche, da sieht die Deckungsquote im Verhältnis zur Anzahl von Schadensfällen ganz anders aus. Jeder vierte bundesdeutsche Berufstätige wird im Laufe seines Berufslebens vollständig oder zeitweise Berufsunfähig. Es existieren aber weniger Versicherungspolicen zur BU als Schadensfälle. Nur jeder fünfte besitzt überhaupt eine solche Police.

Gefährliche Fehleinschätzung 

Ein solch krasses Mißverhältnis muss seinen besonderen Grund haben, oder sogar mehrere! Das existentielle Risiko, dass eine Berufsunfähigkeit bedeutet, ist abschreckend groß, es bedeutet in der Regel nämlich das Ende eines "normalen" Lebens in gewohnter Form, weil eine schwere Krankheit oder die Folgen eines Unfalls so weit reichende Konsequenzen haben, dass die Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. Das ist für jeden ein Horrorszenarium. Scheinbar neigt der Mensch dazu, eine solche Situation eher als unwahrscheinlich auszublenden, als sich gegen die finanziellen Folgen einer solchen Krisensituation abzusichern.

Überschätzte staatliche Leistung

Immer noch ist den meisten Berufstätigen nicht bewußt, wie gering im Verhältnis zum gewohnten Nettoeinkommen die staatliche Erwerbsminderungsrente in einem solchen Fall ist, sie liegt im Bundesdurchschnitt zwischen 600,- und 700,- €. Den meisten ist alsoimmer noch nicht bekannt, dass seit dem Jahr 2000 bei Berufsunfähigkeit nicht mehr die Regel gilt, dass eine auf das Ende der Berufstätigkeit hochgerechnete vorzeitige "Altersrente" gezahlt wird. Ein tragischer Irrtum!

Kein "günstiges" Risiko

Ein dritter Grund für die geringe Anzahl von Berufsunfähigkeitspolicen wird sicher auch darin liegen, dass es sich um ein sehr kostenintensives Risiko handelt. Eine monatliche Rentenzahlung von zum Beispiel 1.000,-€ kostet die Versicherung bei einer Zahlungsdauer von 25 Jahren immerhin 300.000,-€. Bei der hohen Wahrscheinlichkeit, mit der das Risiko früher oder später eintritt, kann das natürlich kein kostengünstiger Beitrag sein. Also schiebt die Wahrscheinlichkeit, davon betroffen zu sein, weit weg und spart sich den Beitrag für die BU-Police im Budget für die Versicherungsausgaben. Eine fahrlässige Vorgehensweise. Wer sich vor Augen führt, wie groß oft die Anstrengungen und Ausgaben für die Anschaffung überdimensionierter Autos sind, kommt dann ins grübeln! Vielleicht sollte man einfach mal wieder die Einteilung des eigenen Budgets überdenken. 

 

 

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