Das Virus verändert unsere Gesellschaft ins Ungewisse

Die Welt nach Corona wir eine andere sein, aber wir sollten keine Furcht haben

Themen:
Gesellschaft, Wirtschaft, Gesundheit

Im Grunde wissen wir immer noch nicht viel über das Corona-Virus. Die bisher von staatlicher Seite getroffenen Maßnahmen erscheinen sinnvoll und notwendig, aber die damit verbundenen folgenden Szenarien erscheinen noch recht diffus. Schauen wir einmal genauer auf die möglichen Folgen.

Stand der Dinge

Das Corona-Virus ist eine weltweite Bedrohung. Das Beispiel China hat gezeigt, was passiert, wenn ein Gesundheitssystem nicht ausreichend auf eine Pandemie vorbereitet ist. Viele Menschen bekommen keine ausreichende medizinische Versorgung, weil eine zu große Anzahl von Erkrankungen zur selben Zeit auftreten. Das ist auch die momentane Situation in Italien. Es ist daher folgerichtig, dass die Bundesregierung und die Länder versuchen, durch Kontaktsperren und andere Anordnungen das Tempo der Ausbreitung zu verlangsamen. Davon ist die Ausbreitung aber selbst nicht betroffen. Ein Virus verschwindet nicht einfch so. Wir leben ja auch ständig mit der Existenz von Grippe-Viren, die auch jedes Jahr viele Menschen befallen und oft sogar töten. Ein wirkliches "Nach-Corona" wird es also nicht geben. Virologen sprechen davon, dass eine Pandemie überwunden ist, wenn 60%-70% einer Population entweder durch überstandene Erkrankung immun geworden ist, bzw. durch Schutzimpfung das Virus im Körper bekämpfen kann. Bei der momentanen Geschwindigkeit der Ansteckung in Deutschland wäre das aber vermutlich erst im ca. 18 Monaten der Fall. Wie aber funktioniert unsere Gesellschaft über 18 Monate im "shut-down"?

Der Faktor Zeit und die Folgen

So sinnvoll aus medizinischer Sicht die Verlangsamung der Ansteckungen ist, so problematisch ist sie für die Wirtschaft. Je länger der öffentliche shut-down anhält, desto flacher wird die Ertragskurve. Da sind staatliche Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte die einzige Möglichkeit, Existenzen zu erhalten, aber auch das geht nur für kurze Zeit. Immerhin hat die Bundesregierung ein Hilfspaket von insgesamt 150 Milliarden als Nachtragshaushalt in Aussicht gestellt, das zum großen Teil durch Neuverschuldung finanziert werden muss, aber was bewirkt dieses Geldvolumen wirklich? Immerhin ist diese Summe knapp die Hälfte eines kompletten Bundeshaushalts, daran wird die Dimension deutlich. Andererseits sind 150 Milliarden nur 5% des deutschen Bruttoinlandsproduktes und reichen einmal zwei Wochen, um einen totalen Umsatzausfall wie zur Zeit in Italien zu decken. Ein shut-down bis zur Überwindung der Pandemie wird es nicht geben, es gäbe danach nämlich keine Wirtschaft mehr. Wie aber sieht der Weg aus?

Aussichten

Es wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als in kurzen Zeitabständen die sich abzeichnenden Entwicklungen im Verhaältnis zu den dahinter liegenden Maßnahmen zu analysieren, um ständig und kurzfristig nachzusteuern, wie sich die Bevölkerung zu verhalten hat, was möglich ist und was nicht. Ein völliges Erliegen der Wirtschaft wäre nicht weniger schlimm wie die Pandemie selbst. Ein genaues Bild der Zukunft kann zur Zeit aber niemand zeichnen. Aber Vermutungen mit entsprechend hoher Wahrscheinlichkeit lassen sich formulieren. Viele kleine und mittelständische Betriebe wird es in einem Jahr nicht mehr geben. Dadurch wird die Arbeitslosigkeit steigen, das Münchner Ifo-Institut rechnet mit einer Million neuer Arbeitsloser. Diese werden natürlich die Sozialkassen belasten, die ihrerseits aber weniger Zufluss an Beitragsgeldern haben. Der Staat wird diese Deckungslücken aber nicht ausgleichen können, da durch die geschrumpfte Wirtschaft wesentlich geringere Steuermittel eingenommen werden. Die Gesamtfolge ist eine rapide Abnahme des Konsums, die ihrerseits die Rezession der Wirtschaft mit anfeuert. Übrigens sind die hier beschriebenen Umstände lediglich die Konsequenzen innerdeutscher Veränderungen in der Volkswirtschaft. Bedenkt man, dass Deutschland als Exportweltmeister seine Umsätze zum großen Teil im Ausland generiert, möchte man gänzlich aus der Modellvorstellung aussteigen, die "Wand ist zu steil, um Halt zu finden!"

Was tun?

Hoffen wir auf die medizinische Forschung! Hoffen wir auf die Vernunft aller Beteiligten und die damit verbundene Disziplin im Einhalten aller Vorsichtsmaßnahmen! Hoffen wir auf ein Erwachen von Solidarität in der Gesellschaft, die ihrerseits erkennt, dass Materialismus und Konsum nicht das Maß aller Dinge sind. Hoffen wir auf eine neue Form sozialer Nähe, die aus dem Gefühl gesellschaftlicher Gemeinsamkeit einen Teil ihres Hasses und ihrer Gewalt überwindet. Hoffen wir, dass die Hetzer und Spalter in unserer Gesellschaft kein Gehör mehr finden, weil die Menschen in unserem Staat ein neues Bewußtsein von einem "Wir" entwickelt haben. Die Herausforderungen der nächsten Jahre werden größer, als wir sie uns vorstellen können. Bewältigen werden wir sie nur gemeinsam! Darin läge eine ganz neue Hoffnung.

Hans-Heinrich Schreiberling

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