Den Helden der Krise gebührt großer Respekt, denn auch sie sind Opfer

Corona und die medizinische Versorgung

Themen:
Gesellschaft, Wirtschaft, Gesundheit

Es ist bewundernswert, was Ärzte und Pflegepersonal gegenwärtig in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung leisten. Aber reicht da Respekt und Anerkennung? Wird vor dem Hintergrund der Corona-Krise nicht übersehen, dass das medizinische Personal in unseren Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen schon seit langen an der Grenze des Machbaren arbeiten?

Lob ist billig

Es gibt wohl gegenwärtig niemenden, der Ärzten und Pflegepersonal Lob und Anerkennung vorenthalten würde. Sie sind es, die sich ständig selbst der größten Gefahr aussetzen, sie leisten Hilfe in Situationen der unausgesetzten Überforderung, oft rund um die Uhr. Da werden normale Berufstätige zu wirklichen Helden. Es stellt sich aber die Frage, ob das alles wirklich nur der Corona-Krise geschuldet ist. Die wirkliche Bedeutung der Arbeit, die heute in Kliniken und Pflegeeinrichtungen geleistet wird, wird erst dann ganz deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass der Alltag in Heil- und Pflegeberufen schon seit langem durch Überforderung gekennzeichnet ist. Das ganze System läuft ständig am Limit - und wird meist unterdurchschnittlich bezahlt. Die Helden in der Krise sind schon seit langem selbst Opfer. Da ist Lob billig und im Grunde unangemessen. Das seit vielen Jahren laufende Ausdünnen des gesamten Medizin-Betriebs hat schon vor Corona seine tiefen Spuren bei allen Beteiligten hinterlassen.

Corona verschärft Pflegenotstand

Im Bereich der Pflege herrscht ständig Notstand. Unser Gesundheitsminister bemüht sich nach Kräften, Pflegepersonal im Ausland zu aquirieren, mit mehr oder weniger Erfolg, denn die Unterversorgung ist bei weitem größer als die Lust des ausländischen Personals, bei uns zu arbeiten. Nun, in der Corona-Krise, wollen viele, die aus dem Ausland kamen, um bei uns zu pflegen, aus Angst vor Ansteckung zurück in ihre Heimatländer. Niemand weiß, wie ab April die Versorgung in Pflegeeinrichtungen zu sichern ist. Zur Zeit fördert die medizinische Ausnahmesituation viele Versäumnisse der Vergangenheit zu Tage. Auch in der Landwirtschaft werden zur Erntezeit ausländische Arbeitnehmer fehlen, die Spargelbauern raufen sich jetzt schon die Haare und mit der Gurken- und Erdbeerernte wird das Problem weitergehen. Da erscheint es wie eine Geschichte aus Schilda, dass bestimmte patriotisch gesinnte Kreise unserer Gesellschaft fröhlich ausländische Mitbürger ausgrenzen. Würde ich als ausländischer Mitbürger gerne in Deutschland arbeiten? Ich bin mir nicht mehr sicher.  Aber vielleicht lernen die ewig Gestrigen am Ende doch noch - wenn nach dem von einer Krankenschwester aus Indonesien servierten Essen ein Stationsarzt aus Kamerun dem Corona-kranken Rechtsextremisten wieder die Atemmaske aufsetzt.

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