Die ökonomische Welt mit Corona

Die Pandemie verändert unsere Welt in weiten Teilen. Strukturelle Verwerfungen belasten die Ökonomie

Themen:
Gesellschaft, Wirtschaft, Staat

Die Corona-Pandemie ist allgegenwärtig, national, aber auch weltweit. Das Bild ist aber extrem uneinheitlich. Während wir hoffen, die härteste Phase durchlebt und mit konsequentem shutdown bekämpft zu haben, wütet Corona in vielen Länder weiterhin und sorgt für Schreckens-Szenarien. Zusätzlich zeigen sich allmählich die ökonomischen Folgen der weltweiten Pandemie - und die deuten auf nichts Gutes.

Ein uneinheitliches Bild

Auch wenn es sich schon ein wenig so anfühlt, die Corona-Pandemie ist nicht vorbei, weder medizinisch und erst recht nicht ökonomisch. Dennoch scheint es, als hätten deutsche Virologen und Politiker vieles sehr richtig gemacht. Daran können Proteste von Verschwörungstheoretikern und shutdown-Gegnern nichts ändern. Im Gegenteil, wer die beängstigenden Entwicklungen in den USA und vielen Ländern Südamerikas betrachtet, weiß, dass eine Verharmlosung der viralen Gefahr mit unterlassenen Maßnahmen die Katastrophe erst richtig ausgelöst hat. Auch ein Blick nach Schweden, das so lange für viele shutdown-Kritiker als so besonnen und freiheitlich galt, zeigt, was passiert, wenn man ohne staatliche Lenkung ganz auf die Einsicht und Vernunft einer sich selbst regelnden Gesellschaft vertraut, die Pandemie nimmt dort erst jetzt richtig Fahrt auf. Die Länder der dritten Welt, die bei den meisten Betrachtungen oft aus dem Blick geraten, sind wegen kaum vorhandener Recourcen zur Vorkehrung und Bekämpfung der Pandemie in einem tragischen Zustand. Das Corona-Virus wird unseren Erdball noch lange beschäftigen, gerade weil sich eine global vernetzte Welt nur unzureichend vor einem Infektions-Transport schützen kann. Viren sind ebenso grenzenlos wie unsere globale Welt. Das Bild ist fast anachronistisch uneinheitlich und zeigt sich überall anders.

Der Preis der allmählichen Genesung

Auch wenn die deutsche Regierung und eine in weiten Teilen sehr vernünftig handelnde Bevölkerung das Schlimmste hierzulande verhindert hat - eine Hochrechnung spricht von einer halben Million verhinderter Todesfälle - hat dieser Erfolg einen hohen Preis gekostet, dessen wirkliches Ausmaß sich erst allmählich abzeichnet. Zunächst schickten viele Unternehmen ihre Angestellten in die Kurzarbeit, was die Übernahme der Gehaltszahlungen durch den Staat zur Folge hatte. Das entlastete die Unternehmen zwar, aber änderte nichts an der Tatsache ausfallender Umsätze. Hinzu kam dann der Verlust der Einkünfte fast aller Solo-Selbständigen. Auch da half der Staat kurzzeitig, aber die ausbleibenden Tätigkeitsmöglichkeiten in vielen Branchen, in denen gerade diese Berufgruppe tätig ist, verlängert ihre Leidenszeit ins Unüberschaubare. Mit exorbitanten Geldsummen hat der Staat versucht, viele Unternehmen künstlich am Leben zu erhalten, aber auch das ist eine Momentaufnahme. Der Staat braucht nämlich eine funktionierende Wirtschaft, um über Steuergelder Einnahmen zu generieren, die dann gezielt zu Hilfmaßnahmen verwendet werden können, der Staat kann aber die "Wirtschaft" finanziell nicht ersetzen. Alles staatliche Handeln zur Stützung der Wirtschaft ist daher zeitlich begrenzt, wenn die Wirtschaft nicht ihrerseits wieder in ertragreiches Handeln kommt. Und ganau da liegt das Problem.

Das ökonomische Bild der Gesellschaft

Das gesellschaftliche Leben beginnt behutsam einen Weg Richtung Normalität. Die ist aber noch weit entfernt, was gegenüber der Zeit vor Corona einen unerhörten Nachfrageausfall bedeutet. Was nicht nachgefragt wird, braucht auch nicht produziert zu werden und was nicht produziert wird, braucht auch keine Produzenten, also tätige Menschen. Tourismus, Gastronomie, Automobilindustrie und Luftfahrt sind die offensichtlichsten Beispiele für die Konsequenzen einer eingebrochenen Nachfrage. Auf den Tischen der Personalchefs liegen umfangreiche Entlassungspläne. Wer keine Arbeit hat, zahlt auch keine Steuern, wer nicht oder nur wenig produziert, ebenso. Der Staat muss aber tief in die Kasse greifen, um die Grundexistenz zu sichern. Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben wird immer größer, die Nachfrage nimmt weiter ab, was wiederum die Produktion verringert, was wiederum...und so weiter und so fort. Das nennen wir Rezession - und wir erwarten die größte Rezession seit den 20ziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Nun war diese Betrachtung auf den Wirtschaftskreislauf innerhalb einer nationalen Ökonomie aufgebaut. Für uns Deutsche reicht dieser Blick aber nicht aus, denn wir sind als größter Exporteur der Welt auf die Nachfrage des Auslands angewiesen. Die bleibt aber aus, da die globale Wirtschaft sich nach dem gleichen Muster in einer Rezession befindet. Immerhin ist der Export bereits im Monat April um 30% zurückgegangen. Eine extreme Größe!

Die Wirkung kommt erst noch

Wer glaubt, dass durch die allmähliche Überwindung des shutdown bald schon wieder die gewohnte Alltagswirklichkeit einkehrt, übersieht, dass wir uns wirtschaftlich erst am Anfang einer Rezession befinden, also einer ökonomischen Abwärtsbewegung, die mindestens zwei Jahre anhalten wird. Vielleicht gelingt es uns, in fünf Jahren wieder am Ausgangspunkt des wirtschaftlichen Abstiegs angekommen zu sein, aber es stellt sich die Frage, ob wir das wirklich wollen, bzw. dürfen, denn es gibt eine Pandemie, die schon lange vor Corona existiert hat und viel gefährlicher ist, der Klimawandel. Ob es uns passt oder nicht, die Welt steht an einer globalen Zeitenwende, Ausgang offen. 

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