Die Börsensituation zum 25.03.2019

Negativzins und politische Risiken bestimmen das Bild

Themen:
Geldmarkt, Konjunktur

Das "neue" alte Spiel vom billigen Geld zur konjunkturellen Stimulierung geht weiter, wirkt aber nicht mehr wie früher, denn politische Risiken verunsichern. Zusätzlich zeigt die Immobilienwirtschaft allmählich die Form einer Blase!

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

nun ist es wieder soweit. Die Rendite 10 jähriger Bundesanleihen liegt wieder im Negativbereich. Leihen Sie der Bundesrepublik für 10 Jahre Geld, bekommen Sie am Ende weniger raus, als Sie heute angelegt haben. Berücksichtigen Sie eine Inflation von ca. 2% bedeutet dies, dass Sie für 100 Euro heutige Kaufkraft, 2029 eine Kaufkraft von unter 80 Euro erhalten. Kein gutes Geschäft.

Diese Entwicklung hat massive Auswirkungen auf die Wirtschaft, den Staat und den privaten Investor oder Finanzier. Grund für den massiven Rückgang der Zinsen sind rezessive Tendenzen in der Wirtschaft, ausgelöst durch diverse Probleme wie die Trumpsche Politik des American First, des Brexit und die Vorboten der Digitalisierung. Da diese Probleme nun auch in den USA angekommen sind und die Effekte der amerikanischen Steuersenkungen langsam verpuffen, hat die amerikanische FED in dieser Woche auf die Zinsbremse getreten und die Renditen international unter Druck gesetzt. Die Märkte werden wieder mit Geld geflutet, um Schlimmeres zu verhindern.

Die Notenbanken hoffen, dass dieses Rezept des billigen Geldes wieder funktioniert. Es hat ja nach 2008 in Krisenzeiten immer funktioniert. Denn trotz der Geldschwemme sind die Preise eher verhalten gestiegen, weil vor allem der billige Ölpreis seit Jahren die Inflation im Zaum hält. Auch wenn wir im Bereich der Immobilien in Deutschlands Großstädten schon fast eine Hyperinflation haben, hat sich das in den Inflationszahlen wenig niedergeschlagen.

Niedrige Zinsen sind erstmal gut für den Staat als größtem Schuldner. Durch die niedrigen Zinsen der letzten Jahre haben die staatlichen Stellen bei uns massiv in die marode Infrastruktur investieren können, ohne ihren Schuldenstand zu erhöhen. Das sichert und schafft Arbeitsplätze in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes. Der Immobilienbereich ist immer Profiteur von niedrigen Zinsen. Bei Zinssätzen von unter 1% für Immobilieninvestitionen im 10 Jahresbereich freut sich der Häuslebauer.
Die Aktienmärkte freuen sich über Kapital, dass sich aufgrund fehlender Rendite von den Rentenmärkten verabschiedet. Zinslose Edelmetalle wie Gold und Silber profitieren, weil der Zinskonkurrent fehlt und sie in Krisenzeiten besonders glänzen.

Banken mit großen Einlagevolumen sind eher die Verlierer dieses Trends. Darum dürfte unter diesen Bedingungen eine Fusion Deutsche Bank und Commerzbank unter einem schlechten Stern stehen. Ertragstechnisch. Das sie unter machtpolitischer Sichtweise kommen wird, ist für mich überhaupt keine Frage. Der „normale“ deutsche Anleger mit seinem Sparbuch und seinem Tagesgeld wird der ganz große Verlierer sein. Ich erwarte bei einem länger anhaltenden Trend dieser Negativzinsen, dass die Banken nicht nur diese Einlagen nicht mehr verzinsen, sondern diese auch direkt mit Minuszinsen belegen.

Hier die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Märkte:

Wir werden im Dax trotz der für ihn positiven Zinstendenz nochmals einen Rückschlag wie im Dezember erleben. Kurse um die 10.000 Punkte im Dax dürften dann interessant für einen Einstieg sein. Die Euro-Rentenmärkte sind eher uninteressant. Die guten Schuldner zahlen keine Zinsen und die Schlechten sind in der Breite zu riskant in dieser schwierigen konjunkturellen Gemengelage.

Ein Blick lohnt sich weiterhin Richtung Norwegen und die dortigen Rentenmärkte. Für mich bleibt das Land ein absolut sicherer Investitionsstandort. Die Norweger haben gestern ihre Leitzinsen erhöht, weil die Wirtschaft gut läuft und die Inflation ein wenig zu hoch ist. Die Kombination aus sicherem Investitionsstandort und höheren Zinsen, als im Euroraum, dürfte den Kurs der Norwegischen Krone kontinuierlich steigen lassen.

Nach der langen Durststrecke bis in den Herbst 2018 haben die Edelmetalle wieder einen positiven Trend aufgenommen. Ich bleibe für die Edelmetalle weiterhin sehr optimistisch und erwarte steigende Notierungen auf Eurobasis. Die Kombination aus niedrigen Zinsen, wirtschaftlicher Schwäche und politischen Querelen ist ein toller Mix für eine positive Entwicklung in diesem Bereich.

Die drastisch steigende Staatsverschuldung der USA sind immer gut für eine positive Entwicklung der Edelmetalle. Denn es gibt keine einfache Lösung für dieses Verschuldungsproblem.

Aus technischer Sicht kann der schon in Gold Investierte noch abwarten, um dann beim Überschreiten der Marke von 1.360 USD zuzukaufen. Wer noch keine Goldinvestition getätigt hat, sollte sich mit einer Anfangsposition in den Markt begeben.

Immobilienanleger dürfen sich über die niedrigen Zinsen freuen, aber auch hier werden die Preise nicht unendlich in den Himmel wachsen. Die Entwicklung befindet sich seit drei Jahren im kontinuierlichen Abwärtstrend. Trotz niedriger Zinsen. Auch in Berlin gibt es das erste Mal seit langem Werbeaktionen zur Mietersuche, ein erstes Warnzeichen eines überhitzten Marktes.

 

Eine schöne Woche und eine lukrative Zukunft wünscht

das Team vom Finanzhaus Berlin

Stimmen Sie ab! Wie gefällt Ihnen diese Seite?

Durchschnittlich 4.7 von 5 Sternen (3 Bewertungen)

Kommentare (0)

Neuen Kommentar schreiben:

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!





Erlaubte Tags: <b><i><br>Kommentar hinzufügen:


Gute Bewertungen sind die besten Empfehlungen.

Das sagen unsere Kunden über uns:

makler.de - Mit Sicherheit gut beraten

bfh Finanzhaus Berlin

Versicherungs- und Finanzberatung seit über 40 Jahren in Berlin.
Wir sind für Sie da, mit Objektivität, Fairness und Freude an der Zusammenarbeit mit Ihnen!
Ihre Zufriedenheit ist unser Verdienst.
Mehr lesen