Die Grundrente - beschlossen! Und wie wird sie finanziert?

Grundrente auf Basis des Gesamteinkommens als Bedarfsfaktor

Themen:
Gesetzliche Rentenversicherung, Gesellschaft, Staat

Nun ist es beschlossene Sache, die Grundrente kommt. Das ist im Prinzip auch richtig so, denn es kann ja nicht sein, dass jemand, der 35 Jahre und mehr gearbeitet hat bei geringem Einkommen genauso gestellt wird, wie jemand, der nie gearbeitet und keine Beiträge bezahlt hat. Aber es ist auch notwendig, nach der Finanzierung zu fragen.

Gesamteinkommen als Grundlage der Bedarfsprüfung

Die Koalition hat gestern einen Kompromiss zur Grundrente erarbeitet. Alle Beteiligten sind zufrieden. Die Bedarfsprüfung findet auf der Grundlage des Gesamteinkommens statt. Dabei gibt es, ähnlich wie bei der Ermittlung von Steuersätzen, Freibeträge. Genaueres wird im Gesetzesblatt nachzulesen sein. Die Verhandlungen haben ja auch nicht umsonst so lange gedauert. Beide Seiten wollten ihr Gesicht wahren - und das scheint ja auch fast gelungen. Nehmen wir die Beschlusslage zum Anlass, uns mal über die Finanzierung der Staatlichen Rente Gedanken zu machen.

Rentenfinanzierung

Sprechen wir von der Staatlichen Rente, meinen wir im der Regel die Rente aus Umlagefinanzierung. Meist wird dabei aber Unterschlagen, wie sich die Rente tatsächlich finanziell zusammensetzt. Der durch Umlage finanzierte Rentenanteil am gesamten Rentenaufkommen wird nämlich schon seit langem nur noch zu zwei Dritteln aus Beiträgen in die Rentenkasse aufgebracht. Das dritte Drittel zahlt nämlich längst der Steuerzahler. Jährlich wird für die staatliche Rentenzahlung ein Betrag von gut 300 Milliarden Euro benötigt. Davon werden 200 Milliarden durch Beiträge gedeckt, gut 100 Millarden sind der "Zuschuss" der Steuerzahler, gezahlt aus dem Sozialhaushalt des Bundes. Immerhin sind das mittlerweile 28% des gesamten Bundeshaushalts und 66% des Sozialetats im Bundeshaushalt. Eine ungeheure Summe, mit der der Staat die längst defizitäte Umlagefinanzierung stützt. Plötzlich erscheint die Diskussion um die Bedarfsprüfung duchaus nachvollziehbar, zumal es ja noch nicht allzu lange her ist, dass die Mütterrente und die abschlagsfreie Rente ab 63 für Lanzeitversicherte eingeführt wurde. Auch durch Steuergelder. Nun kommt die Grundrente mit geschätzten 4,3 Millarden jährlich auch noch dazu.

Alle bekannten Faktoren der Demographie bringen es mit sich, dass der staatliche Zuschuss zur Rente exorbitant anwachsen wird. Das System Rente scheint sich zum unfinanzierbaren Monster zu entwickeln! Will der Staat keine weiteren Schulden aufnehmen, kann eine Grundrente nur durch andere Zuflüsse finanziert werden. Darüber herrscht aber noch kein Einvernehmen. Wo soll gespart werden? Oder wird es zu weiteren Zusatzabgaben kommen? Gedacht wird dabei an die immer wieder diskutierte Transaktionssteuer für Börsengeschäfte oder die Wiedereinführung der Vermögenssteuer. 

Eines bleibt: jeder Rentenempfänger muss sich der Tatsache bewußt sein, dass ein drittel seines Einkommens nicht aus Beitrags-, sondern aus Steuermitteln stammt, also dem gesamten Steueraufkommen aller Bürger. Fordern läßt sich vieles, wenn man es nicht selbst zahlen muss. Dankbarkeit ist nicht gefragt, zumindest aber Respekt vor denen, die es finanziell möglich machen!  

 

Stimmen Sie ab! Wie gefällt Ihnen diese Seite?

Durchschnittlich 4 von 5 Sternen (1 Bewertungen)

Kommentare (0)

Neuen Kommentar schreiben:

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!





Erlaubte Tags: <b><i><br>Kommentar hinzufügen:


Gute Bewertungen sind die besten Empfehlungen.

Das sagen unsere Kunden über uns:

makler.de - Mit Sicherheit gut beraten

bfh Finanzhaus Berlin

Versicherungs- und Finanzberatung seit über 40 Jahren in Berlin.
Wir sind für Sie da, mit Objektivität, Fairness und Freude an der Zusammenarbeit mit Ihnen!
Ihre Zufriedenheit ist unser Verdienst.
Mehr lesen