Die Politik des "billigen Geldes"

Wirtschaft zwischen Rezession und Börsenrekord

Themen:
Wirtschaft, Börse

Dass wir am Anfang einer wohl längeren Phase des wirtschaftlichen Abschwungs stehen, dürfte kaum mehr zu bezweifeln sein. Wie kommt es dann aber dennoch dazu, dass Börsenkurse immer noch Höchststände aufweisen?

Börse und reale Wirtschaft haben sich entkoppelt

Während sich die deutsche, die europäische und die internationale Wirtschaft in der Beginnphase eines bereits laufenden Abschwungs befinden und unter den Problemen von Wirtschaftskrieg, Iran- und Syrienkrise-Krise und weltweiter Verschuldung ächzen, scheinen Aktienkurse davon kaum Kenntnis zu nehmen, so, als hätte das eine mit dem anderen nichts zu tun. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Momentaufnahme, die in absehbarer Zukunft zu Ende sein dürfte, da langfristig die Ausblendung der tatsächlichen Wirtschaftsentwicklung nicht gelingen wird. Am Ende stoppt die Angst den Hype. Wie kann es aber überhaupt zu dieser Entkoppelung kommen.

Billiges Geld

In der Zeit von 2008 bis 2011 kam es successive zur Verringerung der Leitzinsen internationaler Währungen. Die Idee dahinter war, den in die Krise geratenen Staaten billiges Geld zur Refinanzierung der Staatshaushalte zur Verfügung zu stellen und der Wirtschaft durch geringe Zinsen einen finanziellen Anreiz zu geben. So kam man ein Stück weit aus dem Tal und man dachte, in dieser Politik läge ein auch zukunftiges Allheilmittel für Krisenstaaten und erlahmende Volkswirtschaften. Zum Teil funktionierte das auch. Da Geld aber nicht nur billig war, sondern "falsch" angelegt, also "geparkt", sogar mit negativen Zinen belastet wurde, landeten beträchtliche Summen statt in der Investition in der renditeträchtigen Spekulation, also an die Börse. Die immense Nachfrage mit billigen Geld hielt die Kurse hoch oder trieb sie sogar noch höher. Während die einen also feierten, erlahnte ganz allmählich die Realwirtschaft unter dem Druck der internationalen politischen Verhältnisse.

Einer zahlt immer die Zeche

Was den Börsenanleger (noch) freut und den europäischen Finanzministern ein Lächeln ob der gesunkenen Zinsen für staatliche Kreditaufnahme ins Gesicht treibt, ist das Leid der Anleger, deren Gelder in festverzinslichen Werten steckt. Betroffenen sind dabei vor allem Gelder, die in Versicherungen und Pensionskassen die Altersvorsorge der Bevölkerung sichern sollen. Immerhin entspricht der Ertragsgewinn hier dem Zinsverlust dort. Am Ende steht ein Nullsummenspiel zu Lasten eines großen Teils der Bevölkerung. Bitter! Einer zahlt immer die Zeche!  

 

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