Die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Die notwendige private Ergänzung zur staatlichen Rente bei Erwerbsminderung

Themen:
Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderungsrente

Die Bauweise der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung deckt wesentlich umfangreicher die Risiken eingeschränkter beruflicher Tätigkeit aus medizinischen Gründen als die staatliche Form der Erwerbsminderung. Sie ist damit nicht nur eine Ergänzung, sondern eine Notwendigkeit!

Im Grund ist der Begriff  der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung so etwas wie "der weiße Schimmel"! Da der Staat seit 2001 für alle ab 1961 Geborenen nur nach der Definition "Erwerbsminderung" Einschränkungen der Tätigkeit beurteilt, ist ja die Berufsunfähigkeit nur noch als privater Versicherungsvertrag abzuschließen. In Grunde bedeutet das nichts anderes, als dass die private Versicherungswirtschaft die staatliche Neudefinition nicht mitgemacht hat. Private Versicherer versichern immer noch die Einschränkung des Umfangs der Tätigkeit aus jedwedem medizinischen Grund in einem bestimmten "versicherten" Beruf. Es geht hier also nicht um den Umfang der allgemein verbliebenen Erwerbsfähigkeit egal in welcher Tätigkeit, sondern es gilt die nach wie vor Definition der 50%-Regelung: wer zu 50% oder mehr zeitlich oder inhaltlich das Tätigkeitsbild eines konkreten, benannten Berufs nicht mehr erfüllt, ist berufsunfähig. Das Deckungskonzept wird am deutlichsten im konkreten Fall: ein Berufstätiger mit hoher Qualifikation und  entsprechendem Einkommen, z.B. ein angestellter Goldschmied, verliert durch einen Unfall mit weitreichender Einschränkung der rechten Hand die Fähigkeit, seinen Beruf weiter auszuführen. Da die Verletzung der rechten Hand aber noch volle Erwerbstätigkeit (sechs Stunden und mehr) in einem anderen Beruf (als Pförtner im Empfang einer Unternehmenszentrale) ermöglicht,  besteht staatlicherseits gar kein Rentenanspruch, obwohl sich die Einkommenhöhe halbiert hat. Für die private Berufsunfähigkeitsversichrung liegt dagegen voller Anspruch auf die abgeschlossene Rente vor. Die Leistung aus der Rente wie das halbierte Einkommen halten das vorherige Einkommensniveau. Denkbar wäre aber auch, dass der zweite Beruf so lukrativ bezahlt wird, dass trotz Berufswechsel keine finanziellen Einbußen entstehen. In diesem Fall würde keine Leistung aus der privaten BU gezahlt. Der Grund dafür ist ein Gesetz, das klar regelt, dass niemand im Falle einer Erkrankung durch Ersatzleistungen besser gestellt sein darf, als zur gesunden Situation bei regelärem Einkommen. Dahinter verbirgt sich auch der Grund, dass eine private Berufsunfähigkeitsversicherung nur in der Höhe abgeschlossen werden darf, die zur Beibehaltung des regulären Einkommens dient. Das nennt man offiziell "Angemessenheitsprüfung". Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt also im Abgleich "vorher - nachher" genau die Summe, die eine Gleichstellung mit der Situation vor Eintritt einer medizinisch bedingten Minderung herstellt, höchstens jedoch die vereinbarte Berufunfähigkeitsrente. Wer also eine körperliche Einschränkung z.B. durch die rechte Hand erfahren hat und eine Teilrente bezieht oder auch gar keine, weil sich finanziell nichts geändert hat, für den läuft der BU-Vertrag weiter, da ja neben der Einschränkung durch die rechte Hand auch noch andere körperliche Einschränkungen durch andere Ereignisse zu veränderten Einkommenverhältnissen führen können. Manchmal ist es auch so, dass eine eingetretene Berufsunfähigkeit, die durch Genesung über einen längeren Zeitraum zur vollen Wiederherstellung im alten Beruf führt, das Ende einer Leistung mit sich bringt. Berufsunfähigkeit kann also ein dauernder Zustand bedeuten, muss es aber nicht. Nur die Erwerbsunfähigkeit setzt eine finale Diagnose voraus, die die Unmöglichkeit jedweder Tätigkeit feststellt. Das wäre finanziell die Addition der vollen Erwerbsminderungsrente aus staatlicher Leistung plus der vollen BU-Rente. Beide Rentenzahlungen sind zeitlich auf den Zeitpunkt begrenzt, zu dem die reguläre Altersrente einsetzt, begrenzt. Fazit: wer ohne finanzielle Einbuße und ohne existenzielle Gefährdung bei Krankheit oder Unfall die reguläre Altersrente erreichen will, kann auf eine private Berufsunfähigkeitsrente nicht verzichten!   

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