Die Wirtschaft erholt sich leicht - der Staat zahlt die Zeche

Die ökonomische Überwindung der Corona-Krise zeigt ein trügerisches Gesamtbild

Themen:
Wirtschaft, Staat, Gesellschaft

Das Wirtschaftswachstum zeigt ein bescheidenes Wachstum, auch der Optimismus der Entscheider nimmt zu. Gleichzeitig wird das Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängert und das Insolvenzrecht weiter aufgeweicht - das ganze bei immer leereren Kassen des Staates. Wie lange geht das gut?

Zeichen leichter Erholung

Es gibt Anzeichen leichter Erholung in der krisengeschüttelten deutschen Wirtschaft. Man muss um der Wahrheit willen aber auch darauf hinweisen, dass die Wirtschaft unseres Landes schon bereits vor Corona, mindestens seit Herbst 2019, deutliche Zeichen einer beginnenden Rezession aufwies. Danach kam es dann ganz dicke. Die Weltwirtschaft taumelt, der Handel ist weitgehend eingebrochen, die Eurozone ist tief getroffen und auch Deutschland steckt in der Rezession. Da freut man sich doch über jede frohe Botschaft; sie sei daher genannt: statt des erwarteten BIP-Minus von 10,3% in 2020 liegt es gegenwärtig tatsächlich bei 9,7%! Die Wirtschft zieht leicht an, ein schwaches Pflänzchen "Wachstum" bricht durch die Erdkrume. Gut, es hätte noch schlimmer kommen können und Hoffnung ist immer ein gutes Düngemittel für ökonomisches Wachstum. Aber täuscht das Bild nicht doch ein wenig, vielleicht sogar beträchtlich?

Das ganze Bild

Die"Wirtschaft" und das "Wachstum" sind abstrakte Begriffe und liefern keine spezifischen Aussagen. Man hat sich die Branchen genauer anzusehen. Da erkennt man, dass ein großer Teil des erneuten Wachstums durch die Bauindustrie entsteht. Schon seit langem gilt "Beton-Gold" als die Anlage-Alternative in Zeiten fehlender Verzinsung. Der Boom hat also mit einer Antwort auf die Corona-Pandemie nichts zu tun. Die von der Covid19-Krise ausgehebelten Wirtschaftsbereiche schwächeln nämlich immer noch, nei, sie darben: Dienstleistungs- und Reise-Branche, Auto- und Zulieferindustrie, Handel und Gastronomie, Kultur-und Event-Branche. Hinzu kommt eine juristische Hilfsmaßnahme mit dem Ergebnis einer optischen Täuschung: die Verpflichtung zur Anzeige bei anstehender Insolvenz (Maßnahme zur Verhinderung der sogenannten "Insolvenz-Verschleppung) wurde weiter ausgesetzt, zunächst auf Ende September, jetzt auf das Jahresende, aber man diskutiert in Regierungskreisen schon das Ende von März 2021. Durch diese Regelung glaubt man, angeschlagenen Unternehmen die Möglichkeit zur Erholung einzuräumen, um eine Insolvenz zu vermeiden. Ja, schön, wenn´s klappt. Tut es meistens aber nicht, ganz im Gegenteil. Unternehmen, die kurz vor der Insolvenz stehen, versorgen sich noch schnell mit Leistungen von Unternehmen, die dafür wohl kaum mehr bezahlt werden können, Hauptsache, man hat die eigene Lebensfähigkeit um ein paar Monate verlängert. Am Ende gehen dann aber mehr Unternehmen "den Bach runter" als eigentlich nötig; da wird "gutes Geld" verbrannt und unnötige "Opfer" produziert.

Ein weiteres ist, dass der Anspruchauf Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängert wurde. Das entlastet Unternehmen, die dann auch keine Sozialkosten zu entrichten haben, das tut, inklusive der Gehaltszahlung, die Arbeits-Agentur. Deren Kasse leert sich aber langsam und braucht staatliche Zuführungen. Man vermeidet damit großflächig Arbeitslosigkeit und Firmenpleiten, jedoch nicht kostenneutral, sondern durch Staatsverschuldung. Das Gesamtbild sieht also gar nicht so schlecht aus, ist aber nicht das Resultat des schwachen Wirtschaftswachstums, sondern der Beleihung der Zukunft, der rasenden Staatsverschuldung, die unsere Zukunft in ein fragwürdiges Licht taucht.

Wer will da urteilen, ob der Staat richtig oder falsch handelt? Es ist nur wichtig zu begreifen, wie das Bild entsteht, das da gar nicht so schlecht erscheint, es ist nämlich nur das halbe Bild. Das ganze Bild zeigt nämlich den wirklichen Standort: BIP 2020 minus 9,7%  bei exorbitanter Staatsverschuldung - und das ist eine Katastrophe!

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