EZB, Wachstum und natürliche Ressourcen

Fragwürdige Mittel der Bekämpfung von Rezession durch EZB geplant?

Themen:
Wirtschaft, Gesellschaft

Die Geldpolitik der EZB zielt auf die Ankurbelung des Konsums und der Investitionen, um einer möglichen Rezession entgegenzuwirken. Die Ideen werden immer waghalsiger und lassen viele wichtige Nebeneffekte leider außer acht.

Leitzins

Der Leitzins regelt den Kreditzins. Ein geringer Leitzins schafft also "billiges" Geld, Kredit zu günstigen Konditionen, um Wirtschaft und Konsum anzukurbeln. Nachdem in den letzten Jahren der Leitzins durch die EZB und ihren Chef, Mario Draghi, soweit runtergesetzt wurde, dass mittlerweile "Strafzinsen", also negative Zinsen auf Spareinlagen entstehen, scheint an diesem Rad nun nicht mehr gedreht werden zu können. Der Effekt ist tatsächlich "anregend", aber eben nicht für alle. Während der Staat seit 2008 durch geringe Zinsen auf Anleihen 368 Milliarden an Zinsen gespart hat, mussten die deutschen Sparer auf 358 Milliarden Zinsen verzichten. Das trifft vor allem Anlagen zur Sicherung der Altersvorsorge. Da wundern sich die zukünftigen Empfänger von Zusatzrenten, dass seit Jahren trotz ständiger Weiterzahlung von Beiträgen gleichbleibende Ausschüttungssummen zu erwarten sind und die errechneten Zielwerte wegen ausbleibender Verzinsung nicht mehr erreicht werden. Und ab Zahlungsbeginn einer Rente bleibt dann auch noch die Weiterverzinsung des Deckungsbetrags aus. Das "billige" Geld sorgt für zu viel Geld auf dem Markt und läßt die Inflation steigen.

Helikoptergeld

Da also an der Zinzschraube zur Ankurbelung der Wirtschaft nicht mehr gedreht werden kann, denkt die EZB an ultimative Maßnahmen der Geldpolitik, die ein gefärliches Potential in sich trägt. Das sogenannte "Helikoptergeld" beschreibt eine Idee, bei der wie aus einem Hubschrauber "Geld" auf eine Volkswirtschaft herab regnet. Klingt ja toll, ist aber der Beginn des ultimativen Wahnsinns, weil Helokoptergeld ja nicht erwirtschaftet, sondern einfach nur "gedruckt" wurde. Es ist also kein "billiges" Geld, sondern ein kostenloses. Und es gerät über den Staat in einen Wirtschaftskreislauf, ohne dass es einen tatsächlichen wirtschaftlichen Gegenwert hat, was die Inflation erst recht noch einmal beflügelt. Es wäre also ein Modell zu denken, dass die EZB allen Staaten der Eurozone ein kostenloses Geldpaket überreicht, das zur Investition dienen könnte, ohne zurück gezahlt werden zu müssen. Es vermehrt also die Geldmenge, ohne dass dafür zuvor ein Gegenwert geschaffen wurde. Wo das endet, hat die Inflation am Ende der zwanziger Jahre gezeigt. Ein Brot kostete 100 Millionen Reichsmark, das Geld war da, Brot gab es aber keines!

Grenzen des Wachstums

Ein Teil des gesamten Problems besteht darin, dass wir "Wirtschaft" immer nur unter dem Aspekt des "Wachstums" betrachten. Das ist sytemisch so, denn kein Unternehmen investiert Geld, wenn er mit der Investition nicht auch Geld verdient, also am Ende mehr besitzt, als die Investition wert war. Plimp ausgedrückt ist das einfach nur die Idee des Kapitalismus. Eigentlich ja keine schlechte Idee, weil so "Mehrwert" entsteht, der als erwirtschaftetes Geld wieder in den Kreislauf fließt, z.B. als Lohn und Produkt, was den Kreislauf des Konsums beschreibt. Aber Wachstum hat scheinbar seine Grenzen, da immer weniger Menschen immer mehr produzieren. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist der Verbrauch der Ressourcen. Die Weltbevölkerung verbraucht jährlich doppelt soviele Rohstoffe, als sie dürfte, d.h. ein halbes Jahr produziert die Weltbevölkerung mit Ressourcen, die nicht schnell genug nachwachsen oder gar nicht vermehr sind, also kostabre, begrenzt vorhandene Stoffe. Einerseits ist das natürlich der ständig wachsenden Weltbevolkerung geschuldet, am meisten aber den Konsumbedürfnissen und Wachstumsnotwendigkeiten der industrialisierten Staaten der "ersten Welt"! Wir müssen dringen über sinnvolles Wachstum nachdenken und bestimmte Formen des Wachstums in Zweifel ziehen - sonst wächst irgendwann gar nichts mehr! 

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