Früher war alles besser!

Der Blick in die Vergangenheit ist meist geschönt!

Themen:
Gesellschaft, Staat

Früher war alles besser! Der jüngere Teil der Gesellschaft ist von diesem Satz genervt. Der ältere Teil der Gesellschaft glaubt meist an diesen Mythos. Wie kommt das? Stimmt er überhaupt, oder spielt uns der Trauma-Filter im Gehirn beim Rückblick einen Streich?

Blick zurück

Der Blick des Menschen in die Vergangenheit unterliegt einem psychologischen Mechanismus, der wie ein Filter wirkt. Das Belsatende wird meist ausgefiltert, um uns vor unliebsamen Erinnerungen zu bewahren und Schmerzen zu vermeiden. Gleichzeitig wollen wir ja auf ein erfülltes und zufriedenstellendes Leben zurückblicken. Ja, die Bundeswehrzeit...eine heldenhafte Vergangenheit voller Heldentaten, wenn auch kleineren und, echter Kameradschaft. Tatsächlich haben wir unter autoritärer Führung gelitten, wurden von den sogenannten Kameraden gemobbt und hatten Blasen an den Füssen, für die kein Pflaster groß genug war! Ja, und überhaupt war früher alles besser!

Die Tatsachen

Der Blick in die Vergangenheit liefert im Abgleich mit der Gegenwart meist unzutreffende Bilder. So kommt es zu fatalen Verschiebungen in der Wertung der Zeitumstände und zu nervig-altklugen Legenden-Darstellungen über das, was einstens war. Blicken wir mit scharfem Blick auf die Fakten und gehen in Dekadenschritten von heute in die Vergangenheit, kommen wir zu ganz anderen Ergebnissen. Hohe Arbeitslosigkeit, schwächelnde Wirtschaft, Identitätsverlust bei vielen in den neuen Bundesländern, Treuhand, Golfkriege, Tschernobil, Sonntagsfahrverbot, Ölkrise, Smog-Alarm, Strukturwandel, Homosexualität als Kriminalität, fehelnde Gleichberechtigung, Unterdrückung der Frau, Automotoren mit katastrophaler Umweltbelastung, autoritäre Erziehung, Alt-Nazis in der Nachkriegsgesellschaft, zweiter Weltkrieg und Nationalsozialismus, Depression und erster Weltkrieg, Brutalkapitalismus und Massenarmut, fehlende Gesundheitsversorgung, hohe Kindersterblichkeit, Tod infolge banaler Erkrankungen, kurze Lebenserwartung, soziale Undurchlässigkeit der Standesschichten und...und...und! Ja, wirklich, früher war alles besser!!??

Seit 70 Jahren herrscht Frieden in Europa, die soziale Absicherung war noch nie so hoch wie heute, die Lebenserwartung steigt von Jahr zu Jahr, die Möglichkeiten individueller Lebensgestaltung ist geradezu unüberschaubar.....aber was soll die weitere Aufzählung? Gegenwart scheint immer bedrückend, Vergangenheit beglückend. Aber dieser Umgang mit Gegenwart und Vergangenheit scheint psychologisch wohl nicht anders möglich. Das Fatale dabei ist, das die Probleme der Gegenwart - wie z.B. der Klimawandel oder die politische Instabilität im nahen und mittleren Osten - das Ergebnis unseres Versagens in genau der Vergangenheit sind, die wir im Rückblick als die vergangene gute Zeit beschreiben. Dass jüngere Generationen sich gegen diese Sichtweise wehren, ist nur zu berechtigt. Aber zu oft geschieht das eher intuitiv und im Rahmen eines verständlichen Generationen-Konflikts, als aus fundiertem Wissen. Wie sonst kommt es zu der Frage eines jüngeren Menschen, wie man sich vor Erfindung des Computers in das Internet einloggte. Gute alte Zeit? Ich erinnere mich nicht mehr so genau.

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