Freiheit und Verantwortung

Gedanken über den Zustand unserer Gesellschaft in Zeiten der Pandemie

Themen:
Staat, Gesellschaft

Ist staatliche Regulierung besser als individuelle Verantwortung im Handeln? Sind kollektive Beschränkungen wirkungsvoller als persönliche Entscheidungen? Wie sind Freiheit und Verantwortung mit staatlicher Lenkung zu vereinbaren?

Wissen als Grundlage

Wir haben seit März viel über Corona gelernt. Am Anfang stand Ratlosigkeit und die Überzeugung, dass der Staat in einer nicht einzuordnenden Ausgangssituation großer Gefährdung präventiv handeln müsse, was er auch tat. Der Staat ging mit seinen Maßnahmen weit, sehr weit, aber er scheint damals richtig gehandelt zu haben. Der Umstand, dass der größte Teil der Bevölkerung mit großer Akzeptanz den Anordnungen Folge leistete zeigte, wie groß das Vertrauen vieler Menschen in unsere staatliche Führung ist. Oder sollte ich sagen: war! Als alles im Griff schien, gab es Lockerungen. Leider zeigte sich, dass es zu viele gab, die die Angebote neu gewonnener Freiheit mißverstanden oder vorsätzlich mißbrauchten. Nun stehen wir mitten in der zweiten Corona-Welle, weil es Menschen gibt, die entweder unvernünftig oder rücksichtslos sind und keinerlei Bedenken haben zu tun, was allein durch bloßes Nachdenken als falsch erscheint. Der Staat aber beginnt erneut, Regeln aufzustellen und riskiert dabei, unsere Gesellschaft zu zerbröseln. Wie kommt das?

Machtvakuum und fehlendes Vertrauen

Wir befinden uns auf einem gefährlichen Weg. Mit Blick auf unsere europäischen Nachbarn scheint es verständlich, dass der Staat vor einer medizinischen und ökonomischen Entwicklung Angst hat, die uns über Jahrzehnte zurück katapultieren könnte. Also wieder flächendeckende Einschränkungen? Diesmal habe ich dabei ein ungutes Gefühl. Unser Föderalismus zerfleddert das geschlossene Handeln zu einem Flickenteppich. Viele - und gerade verantwortungsvoll handelnde Wirtschaftsbetriebe wie Gastronomen und Hotels - werden gegängelt, obwohl gerade von ihnen nachweislich nicht die tatsächlichen Gefahren ausgehen, weil sie nach bewährten Hygienekonzepten arbeiten. Die Bevölkerung ist irritiert und frustriert. Das könnte eine Reaktion zur Folge haben, die zur Widersetzlichkeit neigt. Dies ist die eine Gefahr. Die andere könnte darin bestehen, dass die Bereitschaft zur Befolgung kollektiver Anordnungen dadurch abnimmt, dass der Staat offensichtlich die wirklich gefährdenden, widersetzlichen Gruppen in unserer Gesllschaft nicht konsequent zur Verantwortung zieht.

Sollte der Staat die Verantwortungsbewußten nicht mit Freizügigkeit in Eigenverantwortung belohnen, während er den Unbelehrbaren den Spaß an ihrem asozialen Handeln durch strikte Verbote und konsequente Strafverfolgung nehmen? Es ist ein schlechtes Zeichen, dass der Staat das Vertrauen in den Großteil der Bevölkerung verloren hat, während er andererseits ein Machtvakuum gegenüber extrem Unvernünftigen offenbart.

Es ist Zeit für eine intensive Diskussion, wie sie einer demokratischen Gesellschaft mündiger Bürger gut zu Gesicht steht. Ich gebe die Hoffnung in die freie Verantwortung unserer Gesellschaft nicht auf!

 

Hans-Heinrich Schreiberling

 

 

 

 

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