Geisterradler gibt es auch!

Auch ein Fahrradfahrer kann zum Geiserfahrer werden, wenn er die falsche Straßenseite benutzt

Themen:
Unfall, Gerichtsurteil

Das Oberlandesgericht Hamm entscheidet im Fall der Klage einer Geisterradlerin gegen einen Autofahrer und erhält nur teilweise Recht (Az.: 9 U 173/16)

Auf einer Hauptstraße mit Radwegen auf beiden Straßenseiten fährt eine Radfahrerin die linke Straßenseite benutzend entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung. Im Verlauf der Straßenführung passiert sie dabei auch einmündende Seitenstraßen, die hinsichtlich der Vorfahrt untergeordnet sind. An einer solchen Straßeneinmündung kommt es zum Unfall mit einem PKW. Zwar hält der Fahrer des PKW zunächst ordnungsgemäß an, um dem von links kommenden Verkehr auf der Hauptstraße Vorfahrt zu gewähren, bevor er nun nach rechts abbiegend in den Verlauf der Hauptstraße einbiegt. Dabei versäumt er aber, auch noch nach rechts zu schauen, da er von dort naheliegender weise  keinen Verkehr erwartet. In dem Augenblick passiert die Radfahrerin die Einmündung der Seitenstraße und wird vom PKW erfaßt. Die Folge sind schwerste Kopfverletzungen. Trotz Genesung bleiben dauerhafte Schmerzen mit Einschränkungen für das alltägliche Leben. Die Radlerin fordert von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Autofahrers die Zahlung eines einmaligen Schmerzensgeldes und einer monatlichen Rentenzahlung. Das verweigert der Versicherer. Der Fall landet daher vor Gericht.

Weiterhin Vorfahrt, aber Teilschuld

Das Gericht stellt fest, dass ein Radler auf einer Hauptstraße zwar nicht sein Recht auf Vorfahrt verliert, wenn er den Radweg auf der falschen Seite der Straße benutzte. Da ein Autofahrer aber nicht mit der verkehrswidrigen Nutzung des Radweges rechnen müsse, treffe ihn als Unfallverursacher nur eine Teilschuld. Nach Abwägung der Bedingungen, die zum Unfall geführt haben, wurde der Radfahrerin eine Mitschuld von 30% zugemessen, was entsprechend zur Reduzierung ihrer Forderung um diesen Anteil führte. Auch ein Radfahrer kann sich also nicht ohne Folgen einfach aussuchen, welchen Radweg er in welche Richtung fahrend nutze.

Unfallfolgen

Die finanziellen Folgen eines Unfalls können, wie in diesem Fall zu erkennen, sehr hoch sein, besonders, wenn lebenslange Rentenansprüche oder Umbauten von Wohnung oder Kfz zur Aufrechterhaltung der Bewältigung des Lebensalltags notwendig werden. Da die rechtliche Einschätzung eines Unfalls oft gegen die eigene Annahme verläuft oder man ja selbst der Verursacher eines Unfalls werden kann, sollte man sich durch eine private Unfallversicherung vor diesen unkaltulierbaren Risiken schützen. 

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