Grillabend endet dramatisch

Vom Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten und rechtlichen Konsequenzen

Themen:
Haftpflicht, Gerichtsurteil

Männer sind "Grill-Helden"! Sie können aber auch zu Pyromanen werden - bei der Anwendung brennbarer Flüssigkeiten. Hier ein Beispiel für "gut" gemeint, "böse" geendet und rechtlich falsch eingeschätzt.

Es hätte so schön werden können

Ein Mann hatte eine Frau zu einem gemeinsamen Grillabend eingeladen. Das klingt ja recht verheißungsvoll, zumal die Eingeladene die Einladung annahm. Als sie erscheint, ist der Grill bereits angefacht. Bekanntlich dauert es aber immer gewisse Zeit, bis die Holzkohle durchgebrannt ist und da behilft "Mann" sich schon mal. Der Einlader greift zum flüssigen Brandbeschleuniger, kündigt sein Vorhaben, diesen zu nutzen, an, bittet die Dame einen Schritt zur Seite und löst nun ein Unglück aus. Die Flammenbildung ist so groß, dass die Kleidung der Dame Feuer fängt. Erhebliche Brandverletzungen sind die Folge, ebenso ein Hubschrauberflug in eine Klinik und eine anschließende Hauttransplantation, von den ungeheuren Schmerzen gar nicht zu reden.

Wer trägt die Verantwortung?

Schnell meldet sich die gesetzliche Krankenkasse, bei der die Verletzte versichert ist und stellt die verauslagten und laufenden Krankheitskosten dem Verursacher in Rechnung. Der will aber nicht zahlen, da er mindestens von einer Teilschuld der Betroffenen am auslösenden Ereignis ausgeht. Das Landgericht Dessau-Roßlau sah das aber ganz anders (Az.: 2 O 147/18)!

Das Gericht hielt die Forderung der Krankenkasse in vollem Umfang für gerechtfertigt, da der "Grill-Meister" alleinig für die Konsequenzen seines Handelns verantwortlich sei. Es sei in vollem Umfang eine frahrlässige Form des Handelns, wenn in bereits entfachte Kohlen flüssiger Brandbeschleuniger eingebracht werde. Auch der Hinweis an die Verunfallte, doch ein wenig zur Seite zu gehen, ändere daran nichts, sogar unabhängig davon, wie weit sie sich darauf hin entfernt habe. Ihr könne eine falsche Risikoeinschätzung nicht angelastet werden. Daher bestünde auch keinerlei Teilschuld ihrerseits.

Gewaltige Kosten

Wer in einem solchen Fall des "schuldhaften Handelns" - auch im Falle der groben Fahrlässigkeit - keine Haftpflichtversicherung besitzt, spielt mit seiner materiellen Existenz! Aber echte "Helden" wissen das! Ich wünsche einen schönen Grill-Sommer!

 

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