Individuelle Freiheit oder Wohlergehen der Allgemeinheit

Politische Entscheidungen beschränken die individuelle Freiheit im öffentlichen Interesse

Themen:
Gesellschaft, Wirtschaft, Staat

Die verschärften Verhaltensregeln im Umgang mit der Corona-Pandemie treffen nicht überall auf Einverständnis, auch wenn sich die Mehrheit der Bevölkerung durchaus korrekt verhält. Manch einer lernt aber erst jetzt, dass persönliche Freiheiten ihre Grenzen haben. Eine schmerzvolle pädagogische Erfahrung für eine "Ich"-Gesellschaft!

Einmalige Vorgänge

Wenn der Hamburger Fischmarkt in seiner 300jährigen Geschichte am vergangenen Sonnatg zum ersten Mal durch öffentliche Anordnung abgesagt wurde, muss es sich um eine besondere Ausnahmesituation handeln. Und genauso ist es, das Corona-Virus hat Deutschland, Europa und weite Teile der Welt im Griff. Um das Virus in seiner Verbreitung zu hindern, ordnen Staaten restriktive Maßnahmen an. Öffentliche Einrichtungen schließen, Veranstaltungen werden abgesagt, vereinzelt werden sogar Ausgangssperren verhängt. Und das für Wochen. Auch wenn mit Blick auf die Mortalität ein Bild entsteht, das nicht allzusehr beunruhigen sollte, so haben die getroffenen Maßnahmen alle ihren Sinn. Die Katastrophe, die verhindert werden soll, liegt in der Dynamik der Entwicklung. Ohne einschränkende Maßnahmen wären in so kurzer Zeit soviele Menschen erkrankt, dass die medizinische Versorgung völlig erliegen würde. Blickt man z.B. auf die Verhältnisse in Italien, dann scheint unser Staat mit der Einschränkung persönlicher Freiheiten genau richtig zu handeln. Das sehen aber nicht alle so!

So etws kenne ich nicht

Unsere Gesellschaft wurde schon lange nicht mehr durch gefährdende Rahmenbedingungen zu kollektivem Zwangsverhalten herausgefordert. Ich selbst erinnere mich noch persönlich an die Erdölkrise am Anfang der 70iger Jahre. Eine bewußt zurück gefahrene Erdölproduktion hatte zur Folge, dass in den Industriestaaten der westlichen Welt an Wochenenden Fahrverbote ausgesprochen wurden. Später Geborene sind teilweise ohne jede Erfahrung von Einschränkungen der persönlichen Freiheit zum Wohle der Allgemeinheit. Und da in unserer Gesellschaft die individuelle Freiheit ein hohes Gut darstellt, ja, im Grunde sogar unsere Identität bestimmt, sind Einschränkungen problematisch und nur schwer zu begründen. Dennoch bleibt ihre Berechtigung! Vielleicht erkennen viele Menschen, die sich ihrer Freiheit so selbstverständlich bedienen wie wir das gemeinhin tun, nicht, dass Freiheit durchaus nicht selbstverständlich ist in unserer Welt. Und ein weiterer Aspekt gehört dazu: die Freiheit eines Einzelnen definiert sich auch immer aus der Freiheit der anderen. Der "Ich"-Gesellschaft wird gerade einiges an Rücksicht gegen andere abverlangt. Und das ist vielleicht gar keine schlechte Erfahrung für manch einen, der sonst nur sich selbst im Sinn hat.  Schade, dass es dafür einer so unsäglichen Bedingung wie der Corona-Pandemie bedarf. Und wenn wir gerade schon dabei sind, mal über das alltäglich "Gegebene" und "Erwartete" nachzudenken.....nichts ist selbstverständlich!  Auch Demokratie und Nahrung nicht!                                                    

Stimmen Sie ab! Wie gefällt Ihnen diese Seite?

Durchschnittlich 4.6 von 5 Sternen (12 Bewertungen)

Kommentare (1)

  1. Felix König:
    23.03.2020

    Die momentane Situation ist schwierig für uns alle. Wir sollten jetzt darüber nachdenken, wie wir in 10 Jahren auf die Krise zurückblicken wollen und jetzt entsprechend handeln. Schwarzsehen und Panikmache hilft niemandem, Solidarität und Optimismus muss die Devise sein.

Neuen Kommentar schreiben:

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!





Erlaubte Tags: <b><i><br>Kommentar hinzufügen:


Gute Bewertungen sind die besten Empfehlungen.

Das sagen unsere Kunden über uns:

makler.de - Mit Sicherheit gut beraten

bfh Finanzhaus Berlin

Versicherungs- und Finanzberatung seit über 40 Jahren in Berlin.
Wir sind für Sie da, mit Objektivität, Fairness und Freude an der Zusammenarbeit mit Ihnen!
Ihre Zufriedenheit ist unser Verdienst.
Mehr lesen

Um der Ausbreitung des Corona-Virus entgegen zu wirken
wie auch zu Ihrem eigenen gesundheitlichen Schutz,
vereinbaren wir zur Zeit nur virtuelle Termine.

Rufen Sie uns hierzu einfach unter 030 300 109-0 an.
Wir sind gerne für Sie da.