Kassen- oder Privatpatient?

Nicht jeder kann den Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung in eine private vollziehen - braucht er aber auch nicht, um Leistungen der PKV zu genießen!

Themen:
Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung

Wer wegen der nicht ausreichenden Höhe des Einkommens oder seiner beruflichen Stellung keine Möglichkeit hat, von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung zu wechseln, muss auf die Leistungen der privaten nicht verzichten. Die privaten Anbieter stellen viele Zusatztarife zur Verfügung, um die gesetzlichen Leistungen auf das Niveau einer privaten Vollversorgung anzuheben.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden erbracht nach den Vorgaben des Fünften Sozialgesetzbuch. Dem gemäß haben die Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich zu sein und das Maß des Notwendigen nicht zu überschreiten. Im Gegensatz dazu kann der Versicherte einer privaten Krankenversicherung (PKV) seine gewünschten Leistungen nach dem Leistungsspektrum seines Anbieters frei verhandeln und vertraglich festlegen. Dabei sind auch immer wieder Wechsel zwischen den unterschiedlichen Tarifen möglich. Dabei sind in der Regel die Leistungen der PKV wesentlich umfangreicher als die der GKV. Wer in eine private Krankenversicherung wechseln will, kann dies unter zwei Bedingungen, entweder als Arbeitnehmer wegen der Höhe seines Einkommens, oder wegen seines Berufsstatus.

Wechsel zur privaten Krankenversicherung 

Selbständige, Freiberufler, Beamte und Studenten können, mit einigen Ausnahmen, unabhängig von ihrer Einkommenshöhe zur privaten Krankenversicherung wechseln. Für Arbeitnehmer gestaltet sich das schwieriger, da sie grundsätzlich in einer gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, wenn sie eine bestimmte Einkommenshöhe nicht erreichen; das sind im Jahr 2017 57.600 Euro brutto. Dieses Einkommen muss dauerhaft erzielt werden, d.h. wer im Jahr 2017 erstmals diese Höhe erreicht, kann frühestens am Ende des Jahres 2018 bei dem dann geltenden Mindesteinkommen zur Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht  zur PKV wechseln. Nur wer seine Tätigkeit wechselt und dadurch vermutet dauerhaft über der Versicherungspflichtgrenze mit seinem Einkommen liegt, kann den Wechsel sofort vollziehen. Zum Bruttoeinkommen zählt das Grundgehalt, regelmäßig gezahlte Gehaltsbestandteile we Weihnachts- oder Urlaubsgeld, nicht gezählt werden Fahrtkosten, Familienzuschläge, Kindergeld und sporadische Sonderzahlungen.

Privater Schutz für gesetzlich Versichrte

Wer den Wechsel von der GKV zur PKV vollzieht, muss vieles gut überlegen. Z.B. entfällt die Familienmitversichrung. Der Wechsel zurück zur GKV hat auch bestimmte Bedingungen und geht nicht einfach so, weil es opportun erscheint. Viele, die wechseln könnten, tun es aus individuellen Gründen nicht, brauchen aber ebenso wenig auf die Leistungen der privaten Krankenversichrung verzichten wie die, die den Wechsel wegen der Einkommenhöhe nicht vollziehen können. Als Ergänzung zur GKV stellen die privaten Anbieter eine enorme Zahl von Zusatzversicherungen zur Verfügung, so dass in der Ergänzung zu den gesetzlichen Leistungen auch ein GKV-Versicherter quasi zum privat Versicherten wird. Die Angebote umfassen alle drei Leistungsbereiche, den ambulanten, den stationären und den Zahnbereich. Manchmal deckt ein Zusatzvertrag alle Bereiche, andere nur Teilaspekte. Der GKV-Kunde kann also mit Hilfe einer kompetenten Beratung fast alle Leistungen zuwählen, die ihm wichtig sind! Eines sollte aber unbedingt beachtet werden. Im Gegensatz zur GKV ist die PKV keine staatliche, sondern eine privatwirtschaftliche Einrichtung und muss aus diesem Grund auf die Beitragshöhen achten und erhält seine Beiträge nicht nach gesetzlichen Vorgaben. Wer also bereits erheblich erkrankt ist, wird mit dem Zukauf von Zusatzleistungen Probleme haben. Wer selbstverschuldet einen Unfall im Straßenverkehr verursacht hat, kann nach dem Ereignis sein Fahrzeug auch nicht mehr vollkasko versichern lassen. Das wäre zu schön! Also denken Sie rechtzeitig an die Ergänzung Ihrer GKV-Leistzungen, nicht erst, wenn Sie sie brauchen!

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