Nicht jedes Kfz-Gutachten wird erstattet

Die Qualität eines Gutachtens beginnt bei der Ehrlichkeit des Kfz-Besitzers

Themen:
Kfz-Versicherung, Gerichtsurteil

Der Versicherungs-Nachrichtendienst procontra-online berichtet in seiner heutigen Aussage von einem juristischen Fall bezüglich der Qualität eines Kfz-Gutachtens. Fehlende Angaben zu Vorschäden machten es unbrauchbar und damit auch nicht erstattungsfähig.

Schuldlos, oder Anzeigepflicht verletzt?

Eine Autofahrerin wurde schuldlos Opfer eines Verkehrsunfalls. Die Rechtslage war eindeutig. Noch am Unfallort ermittelte ein von ihr beauftragter Gutachter einen Totalchaden, einen Wiederbeschaffungs- und Restwert. Mit dieser Grundlage wollte die Geschädigte die gegenerische Haftpflichtversicherung in die Leistungspflicht nehmen. Die Haftpflichtversicherung ließ das Gutachten von einem Sachverständigen prüfen, der seinerseits das Unfallfahrzeug untersuchte. Der aber kam zu einem anderen Ergebnis, das in den Werten weit unter dem ersten Gutachten lag. Das wollte die Geschädigte aber nicht gelten lassen und ging vor Gericht. Es stellte sich heraus, dass der Gutachter am Unfallort wesentliche Vorschäden am Fahrzeug nicht entdeckt hatte. Vermutlich war dafür die hereinbrechende Dunkelheit schuld, bei der er das Fahrzeug begutachtet hatte. Das Gericht hielt fest, dass die Geschädigte ihrerseits auf die Vorschäden hätte hinweisen müssen. Dazu bestünde Anzeigepflicht. Auch das wollte die Geschädigte nicht hinnehmen, da die Haftpflichtversicherung obendrein die Kosten für das erste Gutachten nicht übernehmen wollte.

Die zweite Instanz

Es kam zu einem weiteren Gerichtstermin in zweiter Instanz. Aber auch dort nahm das Gericht keine andere Haltung ein. Es stellte sogar weitergehend fest, dass die Geschädigte ihre versäumte Anzeigepflicht spätestens nach Zusendung des Gutachtens und der auf geführten Schäden hätte ergänzen müssen. Die Haftpflichtversicherung übernahm die Zahlung des geringeren Wiederbeschaffungswertes und durfte die Erstattung der Kosten des ersten, "unbrauchbaren" Gutachtens verweigern. Dumm gelaufen? Es sollte besser heißen: Erhrlichkeit ist pflicht!  

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