Rentenanpassung 2019 vom Kabinett beschlossen

Die Anpassung der Rentenhöhe orientiert sich an der Einkommensentwicklung

Themen:
Gesetzliche Rentenversicherung

Sie ist in jedem Falle gut und gerecht für die Rentenempfänger, vor allem die im Osten, da deren Anhebung höher liegt als im Westen. Das Rentenproblem selbst läßt sich durch Rentenanpassungen jedoch nicht lösen.

Ein komplexes Bild

Die einen sagen, es gehe den heutigen Rentnern so gut wie noch nie. Die anderen jammern und sprechen von wachsender Altersarmut. Recht haben im Grunde beide Gruppen mit ihren Aussagen, nur trifft eben nicht jede Aussage auf alle Rentner pauschal zu. Es gibt eben beides, ausreichendes Rentnereinkommen hier und Flaschensammeln dort. Und wie erklären wir das? Einfach so, wie mit dem Hinweis, dass ja auch nicht alle Teile einer Gesellschaft wirtschaftlich gleichgestellt sind - und damit ist alles gesagt? So einfach geht das nicht. Dafür ist das Problen zu komplex!

Die Anpassung

Die Anpassung der Renten zum 01.07.2019 beträgt 3,18% im Westen und 3,91% im Osten. Die Anhebung im Osten ist damit relativ um 25% größer als im Westen, absolut um 0,73%. Bei "Licht" betrachtet entspricht diese Steigerung einer Rentenanpassung an das moderat gestiegene Lohnniveau, d.h. dass das Rentenniveau im Mittel 48% des durchschnittlichen Nettoeinkommens darstellt. Es handelt sich also zwar um eine Erhöhung der Renten, nicht jedoch des Rentenniveaus, das gesetzlich festgelegt ist.

Das ganze Bild

Der demografische Faktor hat das Rentenniveau gedrückt und eine Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung ist überhaupt nicht mehr zu erwarten. Wir haben es also mit einem Langfristthema zu tun. Und so wie die Gesellschaft immer mehr sozial spaltet und eine große Gruppe prekär Verdienender, in einen zerbröselnden Mittelstand und eine nicht geringe Gruppe sehr gut Verdiener, immer noch dominiert von einer kleinen Gruppe extrem reicher Menschen, so bildet sich diese Segmentierung auch im Renteneinkommen wieder. Alles ist zu finden, in der ganzen breite der Gesellschaft.

In vielen Ländern Europas sieht das doch etwas anders aus. Zum Teil ist die soziale Spreizung in der Gesellschaft nicht so extrem wie bei uns. Zum Teil ist das Rentensystem besser finanziert, da eine viel größere Gruppe von Beitragszahlern herangezogen werden, eben auch Beamte, die dann für ihre Altersvprsorge zuvor zumindest Beiträge zahlen. Ein Problem ist im Alter eben auch die Mietzahlung. Wenn man sich in diesem Zusammenhang mal für einen Moment vor der Einkommensfrage löst und Altersarmut als Ausgabenproblem begreift, der wird schnell erkennen, welch große Bedeutung der Tatsache zukommt, dass in Deutschland nur knapp 50% aller Bürger in einer eigenen Immobilie wohnen, in vielen Ländern Europas aber bis zu 85%. Natürlich sind Unterhaltskosten für Haus und Eigentumwohnung auch ein finanzieller Faktor, aber eben viel kleiner als der Mietfaktor. Es eröffnet sich eine Fülle von Fragen bezüglich unserer Vorstellung vom Bauen und vom Wohnungsbrau im besonderen. Aber eines bleibt festzuhalten: wenn es im Alter nicht stimmt, dann hat davor etwas nicht richtig funktioniert, also in den 30 - 40 Jahren vor der Rente.

Es kann nicht angehen, dass die Politik jetzt mit steuerfinanzierten "Rettungs-Renten-Konzepten" finanziell nachlegen will, sich aber über die Lösung der grundsätzlichen Probleme keine ausreichenden Gedanken macht. Der Bürger versteht aber, warum das so ist: wer heute steuerfinnanzierte Leistungen verspricht, die erst in Zukunft verdient werden müssen, gewinnt eher eine Wahl als der, der ein langfristiges Problem löst, das erst in 30 Jahren zur Wirkung kommt. 

Auch das ist ungerecht! 

   

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