Sondersteuer für Superreiche?

Eine unideologische Betrachtung jenseits der Voreingenommenheit

Themen:
Gesellschaft, Wirtschaft

Von Zeit zu Zeit steht immer mal wieder das Thema Reichen- oder Vermögenssteuer an. Meist sind Überlegungen zu diesem Thema ideologisch befrachtet, ein wenig weltfremd, nicht wirklich zielführend und dann auch wieder von der Tagesordnung. Schade! Man könnte auch einmal unvoreingenommen an das Thema herangehen. Versuchen wir es einmal.

Ein paar Fakten

Das Vermögen der Milliardäre ist in den letzten zwölf Monaten weltweit von 8 auf 12 Billionen Dollar angewachsen. Auch das war ein Effekt der weltweiten Pandemie. Klingt widersprüchlich, ist aber so, denn viele Wirtschaftsbereiche haben unter Corona eine Boonphase gehabt. Das hat sich auch an den Börsen fortgesetzt. Die Konzentration von Kapital in den Händen weniger Superreicher, den Milliardären, hat dynamische Fahrt. Der Rest der Gesellschaft hat weltweit in der breite gedarbt, auch in Europa, also auch in Deutschland. Unendlich viele Existenzen gingen verloren, der Staat schoß eine Millarde nach der anderen zur Rettung der Breite der Gesellschaft raus, die meisten hatten durch Kurzarbeitergeld, ebenfalls vom Staat bezahlt, Einkommensverluste. Aber die Umverteilung des Kapitals von unten nach oben ist nicht wirklich der Pandemie geschuldet, dieser Prozess läuft schon seit vielen Jahren. Wenige Superreiche werden immer reicher, während die breite der Gesellschaft auf ihrem Existenzniveau verharrt oder sogar ärmer wird. Das ist ein Faktum, dass nicht zu leugnen ist. Und die Staatsschulden werden in Zukunft auch von der Breite der Gesellschaft zu begleichen sein. Das ist der Hintergrund für die Überlegungen zu einer Vermögens- und Erbschaftssteuer. Nicht aus der Luft gegriffen!

Achtung, Falle!

Welche Regierung uns die Bundestagswahl im September auch bescheren mag, die Aufgaben sind bei allen Konstellationen die selben: Schuldenrückführung, ökologischer Umbau, Digitalisierung, Ausbau des Schienennetzes, Sanierung der maroden Infrastruktur, Breitbandausbau, wirtschaftliche Konsolidierung, Rentenreform und Umbau im Gesundheitswesen. Das kostet.!

Es wäre fatal, dafür an allgemeine Steuererhöhungen zu denken, sowohl bei Besserverdienenden wie bei Unternehmen. Dies könnte die sich langsam erholende Wirtschaftsbelebung wieder abwürgen. Das Vermögen der Superreichen bleibt derweil aber oftmals unproduktiv. Um aber auch hier keine Impulse zu setzten, die vordergründig nur den Reflex einer Neidgesellschaft zu bedienen, sollte auf besondere Steuern bei der Vermögensübergabe verzichtet werden. Firmenvermögen sollte nicht falsch belastet werden, wenn Erbschaften anstehen. Sinnvoll und bürokratisch unaufwändig wären dagegen höhere Besteuerungen auf extrem hohe Nettovermögen. Und gemeint sind damit Vermögenszuwächse im höheren Millionenbereich. Damit blieben die Breite der Gesellschaft, besser Verdienende und Unternehmen verschont, auch Kleinaktionäre und mittlere Unternehmensbeteiligte. Die Gerechtigkeit verlangt, dass die Gewinner der Krisen zur Kasse gebeten werden, um das Wohlergehen einer ganzen Gesellschaft sicher zu stellen. Fast allen wäre geholfen, wenigen aber am Ende nicht weh getan. Verschließen wir nicht die Augen vor den Fakten!

 

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