Von der Bedeutung der Regeln

Systeme funktionieren nach Regeln, man kann sie ändern, aber nicht umgehen

Themen:
Gesellschaft, Staat

Am Mittwoch beginnt der zweite harte Lockdown. Was wie die Konsequenz aus einer ungezügelten Naturgewalt erscheint, ist am Ende das Ergebnis menschlichen Versagens.

Kein Haufen Blech

Die Teile eines Autos, lose und unverbunden, sind mehr als ein Haufen Blech! Hinter ihnen verbergen sich Gesetze, Regeln und Erfahrungen in Anwendung. Zusammengefügt bildet sich ein effizientes, funktionsfähiges Instrument. Beachtet man dessen bedingende Regeln, tut es seinen Dienst, es fährt. Tankt man statt Bezin reines Wasser, verletzt also die Regeln, war es das mit der Herrlichkeit. Eigentlich gibt es nichts, dass nicht nach diesem Prinzip der Gesetzmäßigkeit und den daraus folgenden Regeln existiert. Das gilt selbst für Gesellschaften.

Gesellschaften

Gesellschaften können sehr unterschiedlich sein. Mehr oder weniger frei, demokratisch oder undemokratisch, mehr politisch-ideologisch oder kapitalistisch. Dennoch haben alle diese Gesellschaften eines gemeinsam: in ihrer Struktur gibt es Regeln, nach denen sie funktionieren. Dabei werden Regeln zwar immer wieder mal geändert, aber nie ganz abgeschafft, eher durch neue ersetzt. Verstöße gegen das Gesetz legen das Funktionieren einer Gesellschaft außer Kraft, wenn die Verstöße in ihrer Bedeutung "systemrelevant" sind, also gravierend die Struktur einer Gesellschaft treffen.

Systemrelevanz

Nehmen wir als Grundlage unserer Überlegung die Straßenverkehrsordnung. Nach ihren Regeln wird nun die Vorfahrtsberechtigung an einer Kreuzung maßgeblich geändert, aus vier mal rechts vor links wird nun Haupt und kreuzende Querstraße. Wer sich aus Gewohnheit dieser Neuregelung nicht unterwerfen will, riskiert, aus einem Kontenpunkt im Straßenverkehr einen Risikoort zu machen.

Gehen wir für den zweiten Gedanken davon aus, dass nicht ein einziger Verkehrsort eine Neuregelung erfährt, sondern die Regelgrundlage selbst aus wichtigen Grund verändert wir, vielleicht rechts vor links nun zu links vor rechts wird, so bekommt die Regelbrechung unseres Verkehrsteilnehmers eine ganz andere Bedeutung. Er gefährdet mit seiner Weigerung, die neue Regel zu akteztieren, das ganze System.

Zweiter Lockdown

Ab Mittwoch gelten neue Verhaltensvorschriften und Regeln für das öffentliche Leben. Wer meint, sich nicht an die Einhaltung der neuen Regeln halten zu müssen, überfährt sinnbildlich damit nicht vorfahrtswidrig eine Kreuzung, sondern er verneint die Relevanz des gesamten Regelsystems und wird in seinem gesamten Verhalten sytemwidrig sein. Um das System zusammen brechen zu lassen, bedarf es nicht der Verweigerung aller. Es reicht eine ausreichend große Minderheit von Regelbrechern, und das System kollabiert. Eine Gesellschaft könnte an ihrem Abgrund stehen.

Staat, Gesellschaft, Wirtschaft

Die gewachsene Struktur unseres Zusammenlebens basiert in ihrer Grundlage auf der Idee des Gemeinwesens, der Gemeinschaftlichkeit. Daraus hat sich eine arbeitsteilige ökonomische Gesellschaft entwickelt, in der fast alles mit allem irgendwie in Beziehung steht. Wer in einer Situation wie der augenblicklichen der Ansicht ist, präventive Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung gelten nicht für ihn, gefährdet das gesamte Gemeinwesen in nicht hinnehmbarer weise. Und an dessen Vernunft darf berechtigt gezweifelt werden.

Während in westlichen Ländern auf öffentlichen Plätzen unter Mißachtung der medizinischen Grundregeln darüber lamentiert werde darf, dass man ja in einer "Diktatur" lebe, die unterdrücke, mit der Mißachtung der Grundregeln das Pandemie-Geschehen aber befeuert, unterdrücken die tatsächlichen Diktaturen ihre Bürger, indem sie ganze Erkrankungsgebiete absperren und einschließen, mit diesen rigorosen Maßnahmen aber in der Pandemiebekämpfung erfolg haben.

Freiheit und Individualismus sind die Errungenschaften der Aufklärung, aber unsere westliche Dekadenz scheint so weit fortgeschritten, dass wir sie mittlerweile weder erkennen, noch in der Lage sind, sie zu verteidigen. Die Feinde von Demokratie und Freiheit beobachten, wie aus den Errungenschaften unserer Kämpfe um Freiheit sich die Gier des Egoismus entwickelt hat. Sie freuen sich über unsere Dummheit. Gesellschaft am Abgrund!

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