Was am Wochenende sprachlos machte

Pandemiezahlen, Tönnies und die Stuttgarter Innenstadt

Themen:
Wirtschaft, Gesellschaft, Gesundheit

Die WHO meldet immer noch steigende Pandemie-Zahlen weltweit, aber in Gütersloh sorgt ein Wirtschaftsunternehmen durch eigenes Verschulden für einen Corona-hotspot, während in der Stuttgarter Innenstadt 500 Jugendliche "just for fun" für eine Randale-Nacht sorgen. Ein merkwürdiges Zusammentreffen bedenklicher Ereignisse

Corona und die Wirtschaft

Was weder die Wirtschaft, noch in Folge die Bevölkerung braucht, ist ein erneuter shutdown. Die Konsequenz wäre der "knockout" für unsere nationale Wirtschaft und damit eine echte Gefährdung der Existenz unserer gesamten Bevölkerung. In der heutigen AUsgabe des "Handelsbaltt" warnt der Siemens-Chef Jo Kaeser vor einem solchen Szenarium. Die Warnung ist nicht nur wirtschaftlich berechtigt, sondern auch medizinisch. Immerhin meldet die WHO immer noch steigende Pandemiezahlen weltweit. Da erstaunt es nicht wenig, dass es Wirtschaftsunternehmen selbst sind, die für die Zunahme von Corona-Infizierten sorgen - und das alles wegen des Unterlaufens von Produktionsbedingungen, die es laut "Selbstverpflichtung" der Branche "Fleischindustrie" gar nicht mehr geben sollte. Clemens Tönnies, Chef des größten deutschen Schlachtbetriebs, "entschuldigt" sich - toll! Offensichtlich siegt die Gier nach Rendite über Moral und gesellschaftliche Verantwortung selbst dann, wenn sich die Gesellschaft eh schon in einer extremen Gesamtsituation befindet. Der Nordrhein-Westfälische Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Friedrich Laumann bringt es auf den ernüchternden Punkt, wenn er feststellt, das schön klingende "Selbstverpflichtungen" das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Zwar wünschen wir uns so wenig Staat wie möglich, aber offensichtlich hilft gegen Gier dann doch wohl nur die Gesezgebung. Enttäuschend!!!

Randale aus purer Lust an Gewalt

Völlig anders erscheint uns  - zunächst - was sich in der Nacht zu Sonntag in Stuttgart ereignet hat. Eine Drogenkontrolle an einem Jugendlichen löst eine Randale-Welle mit blinder Gewalt gegen Sachen und Menschen aus (für mich sind Polizisten nämlich Menschen!). Bedarf dieses Ereignis einer psychologischen Deutung. Ich glaube nicht. Meine Großmutter hatte für menschliche Dummheit einen schönen Satz als Kommentar: wenn es dem Esel zu gut geht, geht er auf´s Eis! 500 junge Menschen aus der Stuttgarter Party-Szene "spielen" Gewalt, als bedienten sie die virtuelle Videovelt eines brutalen Computerspieles. Originalton eines Jugendlichen, in die Smartphone-Kamera eines anderen Beteiligten gesprochen: "Geil, das habe ich mir immer nur vorgestellt, toll, dass ich das endlich mal erleben darf!" Ja, Sie haben richtig gelesen, der junge Mann ist geradezu beglückt, endlich einmal "Gewalt" erleben zu dürfen, dabei zu sein, wenn es so richtig knallt. Während ein Großteil unserer Jugend sich gegenwärtig mit viel Engagement und Verantwortungsbewußtsein mit Fragen ökologischer Zukunft und sozialer Gerechtigkeit, Gleichberechtigung der Geschlechter und Kampf gegen Rassismus beschäftigt, ermächtigt sich eine jugendliche Minderheit, dem Staat aus purer Lust an Gewalt mit simuliertem Terror zu begegnen. Ich finde, auch hier hat der Staat, wie im Fall "Gütersloh" und "Fleischindustrie", mit der Kraft und Macht des Gesetzes zu antworten. Das Gewaltmonopol geht vom Staat aus, und nur vom Staat, den wir Bürger im Vertrauen auf die Gewaltenteilung mit diesem Mandat betrauen. Die Ereignisse von Stuttgart sind daher ein Angriff auf uns alle als "Gesellschaft". Das Ignorieren von Selbstverpflichtungen in der Wirtschaft stehen dem aber in nichts nach, nur die Erscheinungsform ist eine andere. Unser Staat als Ausdruck einer verfassten Gesellschaft hat den Respekt verdient, den ungekehrt auch jeder Bürger von seinem Staat erwarten kann. 

Hans-Heinrich Schreiberling 

 

 

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