Weltwirtschaft, Amerika, Europa, Deutschland

Die Weltwirtschaft im Corona-Krisen-Modus zeigt ein sehr heterogenes Bild

Themen:
Wirtschaft

Gesamtbetrachtungen haben den Nachteil, Durchschnittswerte zu ermitteln, deren Aussagekraft kaum etwas mit der tatsächlichen Realität zu tun hat. Erst der Blick auf einzelne Regionen und Staaten offenbart informative Verlässlichkeit und hilft zum Verständnis des Ganzen. Also schauen wir einmal auf Amerika, Europa und Deutschland.

Blick in die Glaskugel oder echter Durchblick?

Wer gegenwärtig belastbare Aussagen über die zeitnahe Zukunft globaler oder nationaler Wirtschaftsentwicklung formulieren will, stellt sich einer kaum lösbaren Aufgabe. Zunächst bleibt nichts als der Blick auf das Ganze und seine Teile - und zwar in umgekehrter Reihenfolge. Dabei fällt auf, dass die rezessiven Prozesse bei den Beteiligten recht unterschiedlich ausfallen. Schauen wir zunächst einmal auf die 500 größten Unternehmen der Welt. Amerika gewinnt daran einem immer größeren Anteil, während Europa als klarer Verlierer auftritt. Dieser Prozess war schon nach der Subprime-Krise zu erkennen und wurde nach der Eurokrise um so deutlicher. Mitten in der Corona-Krise ist das Bild klar zu erkennen. Es zeigt einen markanten strukturellen Unterschied in den Wirtschaftsbereichen. Die europäische Wirtschaft besteht immer noch zu großen Teilen aus industrieller Produktion, die ihre Dynamik zunehmend verliert, da Wachstum auf der Basis von Konsumgütern eben seine Grenze hat. Ein großer Teil der amerikanischen Wirtschaft ist auf etwas aufgebaut, was es in Europa bisher nur unterentwickelt gibt, Wertschöpfung auf der Grundlage von IT-Entwicklung und -Dienstleistung. So kommt es, dass der Gewinneinbruch amerikanischer Großunternehmen in den ersten sechs Monaten des Jahres bei 18% lag, bei europäischen Großunternehmen jedoch bei 86%.

IFW und nationale Brutto-Inlands-Produkte

Der Internationale Währungsfond hat vor zwei Tagen die erwartete Schrumpfung der gesamten Weltwirtschaft noch einmal erhöht und prognostiziert einen Rückgang der Weltwirtschaft für das Jahr 2020 um 4,9%. Dabei fallen die angenommenen Rückgänge für europäische Länder aus dem Rahmen. Für Deutschöand wird eine Schrumpfung von 7,8% erwartet, für Frankreich, Italien und Spanien sogar Werte von über 12%. Das führt zu einem europäischen Gesamtminus von 10,8%. Deutlicher läßt sich Europas Strukturschwäche innerhalb der Weltwirtschaft nicht ausrücken. Der IWF fürchtet, dass sich die rezessiven Prozesse in den Einzelländern gegenseitig weiter unter Druck setzen und am Ende eine "Langzeit-Dauerrezession" produzieren.   

Das Corona-Virus ist in vieler Hinsicht "gnadenlos". Es wird unser individuelles und gesellschaftliches Leben so lange bedrohen, bis wir ein wirksames Medikament oder einen Impfstoff entwickelt haben.  Es wird, falls dies noch lange auf sich warten läßt, die Wirtschaft weltweit in die Knie zwingen, uns vermutlich ganz besonders. Das Corona-Virus ist auch darin gnadenlos, uns unsere vergangenen Versäumnisse in so vieler Hinsicht vor Augen zu führen. Zum "Handeln" läßt die Gegenwart wenig Spielraum, dafür um so mehr zum "Nachdenken", bevor hoffentlich bald wieder gehandelt werden kann.

Stimmen Sie ab! Wie gefällt Ihnen diese Seite?

Durchschnittlich 5 von 5 Sternen (1 Bewertungen)

Kommentare (0)

Neuen Kommentar schreiben:

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!





Erlaubte Tags: <b><i><br>Kommentar hinzufügen:


Gute Bewertungen sind die besten Empfehlungen.

Das sagen unsere Kunden über uns:

makler.de - Mit Sicherheit gut beraten

bfh Finanzhaus Berlin

Versicherungs- und Finanzberatung seit über 40 Jahren in Berlin.
Wir sind für Sie da, mit Objektivität, Fairness und Freude an der Zusammenarbeit mit Ihnen!
Ihre Zufriedenheit ist unser Verdienst.
Mehr lesen

Um der Ausbreitung des Corona-Virus entgegen zu wirken
wie auch zu Ihrem eigenen gesundheitlichen Schutz,
vereinbaren wir zur Zeit nur virtuelle Termine.

Rufen Sie uns hierzu einfach unter 030 300 109-0 an.
Wir sind gerne für Sie da.