Wie "groß" ist ein Problem? Die Krise und ihre Wahrnehmung

Was uns zur Zeit Angst macht und was nicht

Themen:
Wirtschaft, Gesellschaft, Gesundheit

Viele Länder sind zur Zeit im Griff des Corona-Virus. Es handelt sich dabei um eine ernst zu nehmende Gefahr, das steht außer Frage. Aber wie nehmen wir die Gefahr des Corona-Virus im Verhältnis zu anderen Problemen war, die uns ebenfalls bedrohen. Ein genauerer Blick auf unsere Gefahr-Wahrnehmung zeigt Erstaunliches.

Fakten und ihre Bedeutung

Damit kein Zweifel aufkommt: das Corona-Virus ist eine ernst zu nehmende Gefahr für die Gesundheit und als Infektions-Welle sogar bedrohlich für die Volks-Gesundheit. Alle staatlichen Schutznaßnahmen, die auch viele Einschränkungen für die Mobilität und Lebensführung von uns allen mit sich bringen, werden wohl notwendig sein, um einer flächendeckenden Ausbreitung des Virus vorzubeugen. Und dennoch werfen all diese Reaktionen Fragen auf, nicht nur die staatlichen, auch gerade die ganz individuellen.

Immerhin ist das Corona-Virus nicht mehr oder weniger gefährlich wie das sich alljährlich einstellende Influenza-Virus, das allein in Deutschland in der Regel 20.000 Todesfälle zur Folge hat. Mit Ausnahme des Aufrufs zur Grippe-Schutzimpfung gibt es aber kein zusätzliches staatliches Handeln, keine flächendeckende Angstwelle oder Ansteckungs-Hysterie. Das Thema kommt in den Medien auch nur begrenzt vor, vielleicht in den letzten fünf Minuten einer Nachrichtensendung. Die Wirkung auf die Wirtschaft ist auch nicht wirklich gravierend. Es kommt zu keinen Hansterkäufen von Nudeln und Toilettenpapier, selbst Desinfektionsmittel werden nicht aus Krankenhäusern gestohlen. Das ist ein interessantes Phänomen.

Mediale Kommunikation und Selbstverantwortung

Die Positionierung der Gesellschaft zu einem Problem hängt wesentlich von der Art der öffentlichen Kommunikation ab. Der mediale Umgang Chinas mit der Corona-Krise ist dafür wohl das deutlichste Beispiel. Eine restriktive Informationspolitik begrenzt den öffentlichen Diskurs. Das ist eine Form staatlicher Meinungs-Manipulation, die wir aus Gründen unserer Pressefreiheit und dem Bekenntnis zur freiheitlichen Demokratie ablehnen. Andererseits bietet die Pressefreiht informative Möglichkeiten, die auch nicht wirklich konstruktiv zur Bildung eines öffentlichen Bewußtseins beitragen, das nennt man "Erregungs-Bewirtschaftung". Medien müssten sich mehr darüber im klaren werden, dass "Freiheit" - eben auch die der Presse - immer auch Verantwortung bedeutet. Aber wenn um der besten Quoten Willen hyterisierende statt informierende "Schlagzeilen" produziert werden, machen sich die Medien mitschuldig an einem Angst statt Aufklärung verbreitenden Diskus.

Eine zweite Beobachtung muss angesprochen werden. Führen wir uns die reale Gefahr für jeden einzelnen Bürger unseres Staates vor Augen, die vom Corona-Virus ausgeht. Man muss dann einräumen, dass jeden von uns ganz andere Gefahren wesentlich mehr bedrohen: der Tod im Straßenverkehr, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs in Folge von Alkoholmissbrauch, Nikotinkonsum oder Fettleibigkeit. Und die kollektive Gefahr, durch ökologisches Versagen unseren Erdball als Lebensraum der Weltbevölkerung zu verlieren, dürfte wohl an erster Stelle als bedrohendes Szenarium stehen. Warum aber hält sich unsere Umtriebigkeit und Angst vor diesen Gefahren in Grenzen? Vermutlich, weil wir darin selbst die Verursacher sind und unser eigenes Versagen verdrängen. Selbstverantwortung fällt schwer. Da kommt so ein Corona-Virus doch fast gelegen, denn darüber können wir uns hyterisch erregen, die Gefahr kommt ja von außen, China ist schuld, oder die Gesundheitsvorsorge der Bundesregierung oder schlecht vorbereitete Krankenhäuser oder, oder, oder......nur nicht wir.  

  

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