Zahlen aus der Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft zu Beginn von August 2020

Themen:
Wirtschaft, Konjunktur

Schieflage in der Industrie, Ruhe vor dem erwartetem Absturz im Herbst, Probleme bei den Überbrückungshilfen und dennoch leise Hoffnung auf Besserung. Die deutsche Wirtschaft zeigt am Anfang des zweiten Halbjahres ein uneinheitliches Bild.

Halbjahreszahlen

Die Schieflge kann niemanden überraschen. Der Volkswagen-Konzern verzeichnet für das erste Halbjahr 2020 ein bereinigtes Minus von 1,4 Milliarden, Airbus bringt es sogar auf 1,9 Milliarden. Und das sind nur zwei Momentaufnahmen aus einer desaströsen Konjunkturlandschaft. Das wird Folgen auf dem Arbeitsmarkt mit sich bringen, die Pläne zum Herunterfahren der Produktion liegen in den Schubladen, direkt daneben die der dem entsprechenden Entlassungsszenarien. Es wird ein heißer Herbst, denn erst mit Septemver läuft die Verlängerung der Frist zur Mitteilung von Insolvenzen ab. Zur Zeit liegt die Arbeitslosenquote bei 2,91 Millionen, die Kurzarbeit steht immer noch auf Höchststand, immer noch erhalten Millionen von Kurzarbeitern ein "Teil"-Einkommen von der Bundesagentur für Arbeit. Das läßt die Kaufkraft schrumpfen und rettet die entlasteten Unternehmen nur zum Teil. Das Brutto-Inlandsprodukt schrumpfte von April bis Juni um 10,1%. Das bedeutet immense Einnahmeverluste auch für Sozialkassen und den Fiskus. Das Volumen der längerfrstigen Belastungen wächst und wächst, ein Mechanismus der Abwärtsspierale namens Rezession. Der Hamburger Hafen und die dort angesiedelten Logistik- und Transportunternehmen können davon ein schauriges Lied singen, sie verzeichnen einen Einbruch von 40% ihres gewohnten Auftragsvolumens.

Es gibt aber auch Zahlen, die Hoffnung machen, aber auch bei fehlender Einordnung fatal täuschen könnten. Die Wirtschaft wächst nämlich auch wieder - und das in erfreulichem Tempo. Aber halt, was bedeutet das? Wenn ein fast bis zum Stillstand herunter gebremster Zug langsam wieder Fahrt aufnimmt, scheint die Dynamik in der Anfangsphase zur vorausgegangenen Geschwindigkeit relativ hoch, absolut gesehen dümpelt der Zug aber noch langsam vor sich hin. Dennoch sollten wir unseren Optimismus nicht aufgeben, Konjunktur ist eben auch Psychologie!

Staatliche Hilfen

Über staatliche Hilfs- und Rettungspakete ist hinreichend berichtet. Die Absicht ist ehrenhaft, die Wirklichkeit stellt weniger zufrieden. So zeichnet sich bei der zweiten Auflage der Überbrückungshilfen für den Mittelstand technisch ein Desaster ab. Die damalige Soforthilfe wurde fast formlos von Klein- und Mittelständlern bei der Kfw und regionalen Förderbanken beantragt und nahezu "durchgewunken". Leider gab es dabei auch nicht wenige "schwarze Schafe". Um nunmehr Missbrauch zu vermeiden, muss der zweite Antrag auf Förderung durch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer eingereicht werden. Dabei gint es aber technische Probleme mit der digitalen Logistik, da die amtlichen Systeme Probleme bei der Registrierung zeigen. Die Zeit wird aber für viele mittlerweile knapp. Ein weiteres Problem liegt im Nachweis der Bedürftigkeit. Für die Monate April und Mai muss nämlich nachgewiesen werden, dass die Erlöse eines Unternehmens um 40% geschrumpft sind. Das ist in vielen Fällen aber gar nicht bereinigt möglich, da viele Unternehmen ihre Jahres-Gesamterlöse saisonal erwirtschaften, zum anderen haben viele Unternehmen im Zeitraum April und Mai Zahlungseingänge von wesentlich früher erbrachter Leistungen eingenommen, in April und Mai aber keine Leistungen mehr erbracht. Das zeigt sich aber erst in einem späteren Zeitraum. Die Zahl der Unternehmen, die Überbrückungshilfen annehmen, ist daher bis heute erstaunlich klein, die Fördergelder fließen nicht ab, obwohl sie dringend benötigt werden.

Ein bis heute nicht gelöstes Problem stellt die Gruppe der Soloselbständigen dar. Obwohl sie wegen meist geringer Rücklagen den größten Bedarf an Unterstützung haben, können sie meist gar keine Überbrückungsanträge stellen. Sie haben zwar so gut wie keine Einnahmen, aber keine umfangreichen Betriebskosten, da sie oft direkt beim Kunden arbeiten und oft ohne umfangreiche Hilfsmittel. Der ganze Bereich "Kultur" ist davon betroffen. Was man kaum wahrnimmt ist die Tatsache, dass der Gesamtsektor "Kultur" als Wirtschaftsfaktor in Deutschland an zweiter Stelle der Produktivität steht. Wer hätte das vermutet?

Es kommt noch einiges auf uns zu! Da müssen wir durch! Es ist nur zu hoffen, dass Urlaubsrückkehrer aus Corona-Krisengebieten uns keine zweite Pandemie-Welle bescheren. Vielleicht sollten persönliche Interessen hinter den Interessen der gesamten Gesellschaft endlich einmal zurückstehen!? Übrigens: Deutschland ist ein wunderbares Reise- und Urlaubsland! Und die heimische Wirtschaft stärkt Urlaub im eigenen Land auch!   

 

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