Zwischen Hoffen und Bangen

Corona-Krise und die Spanne zwischen Normalität und Ausgangssperre - eine Momentaufnahme

Themen:
Staat, Gesellschaft

Das Bild ist bunt. Nach der Osterpause ändert sich der Umgang mit den Maßnahmen, die durch die Corona-Pandemie weltweit notwendig wurden. Einige europäische Staaten lockern die Modalitäten, andere gehen unverändert in eine Verlängerung. Im Grunde herrscht immer noch Ungewissheit.

Licht am Ende des Tunnels

Es ist eine offene Frage. Gibt es schon Licht am Ende des Tunnels oder ist das eine von Hoffnung getragene Täuschung? Zumindest kann man am heutigen Dienstag feststellen, dass in Europa diesbezüglich kein einheitliches Bild vorherrscht. Österreich lockert die einschränkenden Maßnahmen moderat, Italien macht auch erste Schritte Richtung Normalität, lehnt aber Hilfszahlungen aus dem ESM-Rettungsschirm ab, da man dadurch fremdes Eingreifen in die staatliche Souveränität fürchtet, Frankreich führt den Ausnahmezustand bis zum 11. Mai fort. In Deutschland haben die Wissenschaftlicher der Leolpoldina in Halle Bedingungen für eine leichte Entschärfung der staatlich verordneten Verhaltensregeln vorgelegt, aber durch die Struktur unseres Föderalismus ist die Haltung der Politik dazu offensichtlich auch nicht einheitlich. Morgen wird es eine Video-Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder mit der Bundeskanzlerin dazu geben. Eine zweifelsfreie, also eindeutige Handlungsgrundlage läßt sich aufgrund der Zahlenentwicklung wohl nicht formulieren. Aber ist die Problematik geeignet für ein Vorgehen auf der Basis von Versuch und Irrtum? Vermutlich haben wir dazu aber keine Alternative. Ein weiteres Abwürgen größer Teile der Wirtschaft könnte am Ende Folgen haben, die in der Langzeitwirkung schlimmer als die bisherigen Folgen der Pandemie sind. Die Situation hat etwas Verzweifeltes, sie ist ein klassisches Dilemma. Egal was man tut, es hat auch immer etwas Falsches. Einen Rückfall in einem akuten Zustand können wir uns medizinisch wie wirtschaftlich aber nicht leisten. Vielleicht dämmert es mittlerweile auch dem Letzten, dass die Zukunft nicht "nach Corona" bedeutet, sondern "mit Corona"!

Blick über den Tellerrand

Es ist zwar verständlich, dass in der gegenwärtigen Situation jede Nation zunächst mit sich beschäftigt ist, aber das birgt auch Gefahren und fördert humanitäre Katastrophen. Die ärmsten Teile der Weltbevölkerung stehen dem Virus quasi schutzlos gegenüber. In Flüchtlingsregionen wird versucht, mit drastischen Einschränkungen der Ausbreitung entgegenzuwirken, was unter den katastrophalen Rahmenbedingungen kaum denkbar erscheint und zu unmenschlichen Zuständen führt. Der IS nutzt die drastische Situation, um sich neu aufzustellen. In türkischen Gefängnissen breitet sich das Virus so schnell aus, dass an eine umfangreiche Amnestie gedacht wird, nur nicht für politische Gefangene. Corona erledigt dann das lästige Problem anders Denkender. In den USA haben mittlerweile 17 Millionen Menschen ihre Arbeit verloren, aber das ist nur der Anfang. Das so genannte "Arbeitslosengeld" in den Staaten verdient aber den Namen nicht. 40% der amerikanischen Bevölkerung gerät zur Zeit in existentielle Not. Und so könnte man fortfahren mit einer Aufzählung erbärmlicher Zustände. Licht am Ende des Tunnels? Um diesen Satz zu bestätigen, müsste man "Licht" und "Tunnel" nei definieren. 

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