So sind die Deutschen versichert
So sind die Deutschen versichert.
Breiterer Versicherungsschutz in deutschen Haushalten
Die Bevölkerung in Deutschland ist heute deutlich umfassender versichert als noch vor einigen Jahren. Das belegt eine aktuelle Analyse des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), die auf Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts basiert. Diese Erhebung findet im Fünfjahresrhythmus statt und liegt dem Handelsblatt bereits vor. Nach Einschätzung von GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen sichern sich die Menschen zunehmend gegen alltägliche sowie existenzielle Risiken ab. Besonders Versicherungen für kurzfristige und konkret eintretende Schadensfälle haben seit der letzten Erhebung an Bedeutung gewonnen.

Hohe Verbreitung von Haftpflicht-, Kfz- und Sachversicherungen
Vor allem die private Haftpflichtversicherung ist in deutschen Haushalten weit verbreitet: Knapp 90 Prozent verfügen inzwischen über einen entsprechenden Schutz – deutlich mehr als noch vor fünf Jahren. Insbesondere jüngere Menschen haben hier nachgezogen. Auch Kfz-Versicherungen sind mit über 81 Prozent stark vertreten, was allerdings auch auf den wachsenden Fahrzeugbestand und die gesetzliche Pflicht zur Kfz-Haftpflicht zurückzuführen ist. Kaskoversicherungen bleiben hingegen freiwillig. Trotz steigender Kosten für den Führerscheinerwerb, die zuletzt stärker als die allgemeine Inflation gestiegen sind, spielt das eigene Auto über alle Altersgruppen hinweg weiterhin eine wichtige Rolle. Langfristig könnten diese Kosten jedoch vor allem bei jungen Menschen die Verbreitung von Kfz-Versicherungen beeinflussen.
Unterschiedliche Entwicklungen bei Personen- und Altersvorsorgeversicherungen
Ebenfalls häufig abgeschlossen werden Hausratversicherungen, die in rund 78 Prozent der Haushalte vorhanden sind. Zudem besitzt etwa jeder zweite Haushalt eine Rechtsschutzversicherung. Insgesamt deutet diese Entwicklung auf ein wachsendes Sicherheitsbedürfnis in unsicheren Zeiten hin. Anders stellt sich die Lage bei personenbezogenen Versicherungen dar: Während Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherungen leichte Zuwächse verzeichnen, verlieren klassische kapitalbildende Lebensversicherungen weiter an Relevanz. Ihr Anteil ist von rund 32 auf unter 28 Prozent gesunken. Gründe hierfür sind unter anderem die zunehmende Nutzung von Bank- und Fondsprodukten. Staatlich geförderte private Altersvorsorgeangebote wie Riester- oder Basisrenten erreichen derzeit einen Anteil von etwa 27 Prozent.
