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Der Mittelstand schlägt Alarm – 2023 rasanter Umsatzrückgang. Die Angst des Mittelstands vor dramatischem Umsatzrückgang lähmt Investitionen und gefährdet die Existenz vieler Unternehmen

Der Mittelstand schlägt Alarm. Eine Studie der KfW zur wirtschaftlichen Entwicklung des deutschen Mittelstandes ergab für das Jahr 2022 eine zufriedenstellende Bilanz. Die vorläufige Evaluierung für das laufende Jahr 2023 löst hingegen Alarm. Die Umsätze brechen ein, Kosten steigen in die Höhe, Investitionen bleiben aus. Hier eine nähere Betrachtung.

In der Wirtschaft geschieht alles phasenverschoben

Das Jahr 2022 brachte viele Veränderungen mit ökonomischen Folgen: Krieg in der Ukraine, Neuordnung der bundesdeutschen Energieversorgung als Folge des Ausfalls russischer Gas- und Öl-Lieferungen, dramatische Inflation und steigende Zinsen und allmählicher Wachstumsrückgang. Dennoch zeigen die Wirtschaftsdaten für das Jahr 2022 ein ausgewogenes und zufriedenstellendes Ergebnis. Das ist ein scheinbarer Widerspruch, der sich aber dadurch erklärt, dass in der Wirtschaft alles phasenverschoben geschieht. Viele Aktivitäten, die das Wirtschaftsergebnis in 2022 prägten, hatten ihre Planung und Entschließung im Jahr zuvor. Auch die Finanzierungen von Investitionen wurden in der Regel noch im Jahr 2021 abgeschlossen, zu weit besseren Konditionen. So kommt es, dass die volkswirtschaftlichen Konsequenzen der Änderung der ökonomischen Rahmenbedingungen sich erst im Folgejahr bemerkbar machen, also im Jahr 2023 – und das tun sie in drastischer Form!

Umsatzausfall und Investitionseinbruch

Wir sollten uns, bevor wir uns eingehender mit den Zahlen beschäftigen, klarmachen, dass das Wort „Mittelstand“ in doppelter Hinsicht zu verstehen ist, als mittelständisches Unternehmertum, dass in der Bundesrepublik immerhin 70% aller Arbeitsplätze stellt – und als „konsumierender“ Mittelstand in Sinn eines wesentlichen Teils der deutschen Gesellschaft. Einbrüche auf beiden Seiten beeinflussen sich gegenseitig erschwerend. Der Umsatz mittelständischer Unternehmen ging anteilig in 2023 um 24% zurück, das ist eine erschreckende Zahl. Ein Vierteil Umsatzwegbruch bedeutet für viele Unternehmen existenzielle Gefahr, mit Sicherheit aber Personalabbau und ganz gewiss kaum noch Investitionen, die Expansion zum Ziel haben, sondern wohl nur noch Substanzerhaltung. Und so sind in 2023 bisher 37% weniger Investitionen erfolgt, als noch in 2022 geplant. Über die Gründe haben wir bereits gesprochen. Bleibt zu fragen, was zu tun ist. Die Unternehmen selbst werden sich nur mit Maßnahmen zur Schrumpfung behelfen, was beschäftigungspolitisch problematisch ist. Ziemlich einheitlich fordert die Wirtschaft und ihre Verbände endlich eine wesentliche Absenkung im Bereich der Energiepreise, denn viele Unternehmen wenden sich mit der Produktion dem Ausland zu, dem europäischen wohl gemerkt, nicht um Personalkosten, sondern Energiekosten zu sparen. Die Politik muss dringend handeln!

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